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Funkmast in Meerbeck geplant

Anlage an Dorfstraße Funkmast in Meerbeck geplant

Die Deutsche Telekom plant offenbar, einen 18 Meter hohen LTE-Funkmast (siehe Kasten) an der Dorfstraße 17 in Meerbeck zu errichten. Damit soll das mobile Surfen im Internet schneller werden. Die Gemeinde sowie einige Anwohner sind mit dem Standort mitten im Wohngebiet nicht ganz einverstanden.

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Die Bürgerinitiative spricht sich gegen einen Funkmast aus.

Quelle: Symbolfoto (dpa)

Meerbeck. Es hat sich sogar kurzfristig eine Bürgerinitiative gegründet. „Der Funkmast passt nicht in die Mitte des Dorfes“, moniert Torsten Buhl, stellvertretender Bürgermeister von Meerbeck, im SN-Gespräch. Die Gemeinde habe als Alternativstandort den bestehenden Funkmast am Allerweg nahe der Thingstätte angeboten. Dieser wurde 2007 genehmigt – mit der Auflage, dass sich dort weitere Mobilfunkanbieter einmieten können. Das lehnt die Telekom aber ab, berichtet Buhl.

Bedenken hinsichtlich Strahlung

Am Montag hat es eine Bürgerversammlung mit einem Telekom-Mitarbeiter gegeben. Als Michael Prahm aus Meerbeck davon Wind bekam, rief er kurzfristig die Bürgerinitiative „LTE-Ausbau sinnvoll planen“ ins Leben. „So ein Mast muss ins nicht bebaute Gebiet“, lautet seine Position. Die Mitglieder hätten Bedenken hinsichtlich der elektromagnetischen Strahlung.

In Prahms Augen würden die bestehenden Risiken für die Gesundheit der Anlieger nämlich oft von den Verantwortlichen verschwiegen. Prahm berichtet von freundlichen, aber bestimmten Diskussionen bei der Bürgerversammlung, an der geschätzte 60 Meerbecker teilgenommen haben.

Die Bürgerinitiative hat kurz vor dem Termin Flyer verteilt, in denen sie betonen, dass man technischen Entwicklungen zwar nicht im Wege stehen wolle, den Schutz der Bürger aber priorisiere.

Außerdem gibt es die Befürchtung, dass die Miet- und Grundstückspreise in der Nachbarschaft durch den Mast fallen könnten. Prahm hofft, dass die Gemeinde das Vorhaben noch verhindern kann.

Mischgebiet

Buhl erklärt allerdings, dass die Gemeinde baurechtlich nichts gegen die Pläne machen könne, weil das Grundstück in einem Mischgebiet liege und ein solcher Mast dort baurechtlich erlaubt ist. Ein Bauantrag der Telekom liege noch nicht vor.

Prahm hat die rechtlichen Optionen der Gemeinde hinterfragt. Nach Angaben der selbst ernannten Umwelt- und Verbraucherorganisation zum Schutz vor elektromagnetischer Strahlung „diagnose:funk“ haben Kommunen durchaus Handlungsoptionen, hat er herausgefunden.

Wie der Vorstand der nicht ganzunumstrittenen Organisation auf Nachfrage erklärt, kommt hier das bundesweite Emissionsschutzgesetz zum Tragen. Davon könne die Gemeinde Gebrauch machen. Leider würde das Land die Kommunen zu wenig über ihre Möglichkeiten aufklären.

Alternativstandorte anbieten

Die Gemeinde könnte per Ratsbeschluss ein Dialogverfahren bewirken, bei dem Gemeinde und Betreiber zusammen den für die Bewohner emissionsärmsten Standort suchen. Das bedeute, die Kommune könne Alternativstandorte anbieten, die aber nur unter der Voraussetzung in Frage kommen, wenn die wirtschaftlichen Ziele des Betreibers weiterhin geboten sind, erklärt ein Vorstandsvertreter. kil

Warum ein neuer Mast?

Geplant ist nach SN-Informationen ein 18 Meter hoher LTE-Funkmast an der Dorfstraße 17. Dort stehen bereits zwei kleinere Maste. Einer gehört schon der Telekom. Zunächst will das Unternehmen dem Vernehmen nach „LTE 800“ erreichen, das bedeutet eine Datenrate von bis zu 50 Megabit pro Sekunde.

Den vorhandenen Funkmast nahe der Thingstätte lehnt die Telekom offenbar ab, weil die technischen Voraussetzungen dort nicht die gewünschte Qualität und Reichweite liefern würden, wie Besucher der Versammlung berichten. Die Telekom selbst wollte auf Anfrage der SN kein Statement zu ihren Plänen abgeben.

Nur so viel: Die Telekom befinde sich in der Planungsphase, es sei noch nichts entschieden. Die Ideen der Bürgerversammlung werde man zur Kenntnis nehmen. kil

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