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Meerbeck Gesucht und gefunden: Mann in der Wand
Schaumburg Niedernwöhren Meerbeck Gesucht und gefunden: Mann in der Wand
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14:12 03.04.2012

Meerbeck (gus). Gesucht hatten die Ermittler den Mann bereits seit einiger Zeit, wie Polizeipressesprecher Axel Bergmann auf Anfrage dieser Zeitung erklärte. Dieser hatte sich in der Vergangenheit gleich mehrfach mit Rauschgiftdelikten strafbar gemacht, und zwar nicht nur als Drogenkonsument, sondern auch als Drogendealer. Eine Reihe von Vergehen und Verfahren habe schließlich zu einem Haftbefehl geführt. Doch seiner Festnahme entzog sich der junge Mann mehrfach. Bergmann spricht von einem „unsteten Lebenswandel“. Nun bekam die Polizei den Hinweis, dass sich der Gesuchte am Meerbecker Gallweg aufhält. Dort hatte er Unterschlupf bei „Mitgliedern seines sozialen Umfelds“ gefunden, so die offizielle Formulierung.

Die Polizei war gewarnt und schlug nicht übereilt zu. Laut Bergmann waren sich die Beamten sicher, dass sie den Mann nicht einfach in der Wohnstube beim Fernsehen stellen würden. Deshalb bereitete das Fachkommissariat Fahndung der Polizeiinspektion Nienburg den Einsatz vor. Es sei mit der Flucht des Drogenkriminellen zu rechnen gewesen.

Und damit, dass dieser sich verstecken würde. So war es dann auch, als die Polizei mit mehreren Fahrzeugen an der Zieladresse vorfuhr. Zunächst konnten die Ermittler den Gesuchten nirgends finden. Es war laut Bergmann der „extremen Spürnase“ eines seiner Kollegen zu verdanken gewesen, dass der Einsatz dennoch erfolgreich abgeschlossen wurde.

Die Polizisten müssen sich kurzzeitig an den Drehort einer Fernsehkrimi-Reihe versetzt gefühlt haben. Der gesuchte Mann hatte sich hinter Holz und Isoliermaterial in einer Wand versteckt. Ob er sich dieses Versteck allein und ohne Wissen der Grundstücksbewohner gebaut hatte, sei unklar.

Die Polizei nahm den Versteckspieler in Gewahrsam und transportierte ihn zum Kommissariat Stadthagen. Von dort aus ging es weiter in den Arrest, womit der Haftbefehl vollzogen war. Wie es mit dem Drogenkriminellen weitergeht ist nun auch Sache eines Richters.