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Gewaltexzess am Vatertag: Zeuge belastet Angeklagte

Strafprozess Gewaltexzess am Vatertag: Zeuge belastet Angeklagte

Im Strafprozess um den Gewaltexzess am Vatertag 2013 in Bad Hiddenserborn will ein Gastwirt die drei Angeklagten vor Gericht wiedererkannt haben. Mehr noch: In seiner Vernehmung gab der Gastronom zu Protokoll, wer von ihnen was getan haben soll am verhängnisvollen Abend des 9. Mai.

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Quelle: dpa

Meerbeck/Stadthagen. Demnach versperrte zunächst eine Gruppe von fünf oder sechs Männern den Weg, als Bedienstete der Gaststätte, darunter ein Praktikant (24), kurz vor Feierabend mit einem Radlader durchs Tor wollten, um Gläser einzusammeln. Der Gastwirt hupte. „Drei Leute“ hätten daraufhin den Praktikanten „runtergezogen“. Zwei der Angeklagten sollen den Helpser noch getreten haben, als dieser bereits wehrlos am Boden lag, der dritte zumindest dabei gewesen sein.

 Als der Gastwirt aus dem Führerhaus stieg und einschritt, um dem Praktikanten zu helfen, sollen alle drei Männer versucht haben, ihn zu schlagen. Er will den Schlägen ausgewichen sein und einen Angreifer von dem Verletzten am Boden weggeschubst haben, bevor ihn von hinten rechts der Hieb eines Unbekannten traf. Die Folge war ein Kieferbruch.

 Schlimmer erwischte es den Praktikanten: Der Helpser erlitt eine Hirnblutung. Möglicherweise ist er mit dem Kopf auf die Straße geprallt. Unter den seelischen und körperlichen Folgen, darunter Taubheit auf einem Ohr, leidet das Opfer bis heute. An Arbeit ist kaum zu denken.

 Verletzt worden war auch der Sohn des Gastwirtes, der ebenfalls eingreifen wollte, nachdem er beim Gassigehen mit dem Hund die Schreie seines Vaters („Haut ab, verschwindet hier!“) gehört hatte. „Ich wurde abgefangen und bekam einen Schlag auf die Nase“, erinnert sich der 26-Jährige. Der Junior konnte die Angeklagten nicht als Täter identifizieren. Er selbst zog sich einen Nasenbeinbruch zu.

 Im Fall eines Schuldspruchs drohen den drei Männern mehrjährige Haftstrafen. Dazu muss ihnen die Tat allerdings erst nachgewiesen werden. Angeklagt sind sie wegen schwerer Körperverletzung, einem Verbrechen.

 Parallel zum Strafverfahren am Stadthäger Schöffengericht, das sich seit mehr als zwei Monaten hinzieht, hat nun auch der Zivilprozess begonnen. Vor dem Landgericht in Bückeburg geht es um mindestens 30.000 Euro Schmerzensgeld. Zum Auftakt regte Richter Thorsten Garbe, Vorsitzender der Zivilkammer, eine gütliche Einigung an, scheiterte aber mit dem Versuch. „Alle Beklagten bestreiten, mit den Verletzungen des Klägers etwas zu tun zu haben“, fasste er zusammen.

 Im Zivilverfahren sind die Männer Beklagte, nicht Angeklagte. Die Vorwürfe richten sich hier gegen sechs Personen. Dies liegt daran, dass drei Ermittlungsverfahren nicht zu Anklagen vor dem Strafgericht geführt hatten.

 Einer der Beklagten erzählte, dass die Stimmung am späten Abend des Vatertages „bei den Gästen, die noch nicht nach Hause gehen wollten, wie immer etwas gereizt“ gewesen sei. Während der Auseinandersetzung will er im Zelt gewesen sein, dem Praktikanten später geholfen haben: „Wir brachten ihn in eine stabile Seitenlage und riefen den Krankenwagen.“ Ansprechbar war das Opfer nicht mehr. ly

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