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Hilferuf aus der Verwaltung

Suche nach Wohnraum Hilferuf aus der Verwaltung

Eindringlich um Hilfe aus der Bevölkerung gebeten hat Samtgemeindebürgermeister Marc Busse beim Infoabend zum Thema Flüchtlingsunterbringung in der Meerbecker Kirche.

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Meerbeck (ber). „Wir sind gefordert, Unterkünfte zur Verfügung zu stellen und die Menschen, die bei uns Schutz suchen, zu unterstützen“, appellierte Busse am Dienstagabend an die rund 50 Besucher, in ihrem Umfeld verstärkt nach Wohnraum zu suchen.
Bis Ende März müsse die Samtgemeinde insgesamt 120 Flüchtlinge aufnehmen. Wenn die Quote von 1,5 Prozent der Einwohner nicht erreicht werde, so machte der Verwaltungschef klar, könnte der Landkreis die Flüchtlinge notfalls auch in Turnhallen unterbringen.
Die Samtgemeinde ist noch weit von der Erfüllung der Quote entfernt. Derzeit sind 24 Flüchtlinge in den Mitgliedsgemeinden untergebracht, das entspricht 0,3 Prozent der Bevölkerung.
Der Verwaltung sei allerdings gelungen, in Pollhagen ein Objekt mit zehn Plätzen und in Niedernwöhren Wohnraum für 32 weitere Personen zu erwerben. Mit dann insgesamt 66 Flüchtlingen und einer Quote von 0,8 Prozent sei die Samtgemeinde aber immer noch weit entfernt vom angestrebten Ziel des Landkreises. „Wir müssen erheblich mehr leisten“, betonte Busse. „Sagen Sie allen, die Wohnraum zur Verfügung haben, dass Sie uns anrufen sollen!“
Kreissozialamtsleiter Klaus Böhm versicherte zwar, dass der Landkreis nur im absoluten Notfall Flüchtlinge in Turnhallen unterbringen werde. Gleichzeitig verdeutlichte er, wie schwierig die Situation ist: „Bis Ende März müssen wir zusätzlich 2000 Flüchtlinge unterbringen. Für 400 haben wir bereits Wohnraum gefunden. Aber 1600 ist immer noch sportlich.“
Zwar wolle der Landkreis grundsätzlich an der dezentralen Unterbringung festhalten, allerdings stoße das System an seine Grenzen. „Wir haben deshalb die Pestalozzi-Schule in Rinteln mit 50 Personen belegt und richten auch die Herderschule in Bückeburg her. Außerdem haben wir weitere Objekte mit Wohnheimcharakter in Bad Nenndorf ins Auge gefasst, wo insgesamt 100 Flüchtlinge untergebracht werden könnten.“
Potenziellen Vermietern versuchte Böhm, die Angst zu nehmen. „Als Sozialamt tragen wir dafür Sorge, dass die Wohnung in dem Zustand wieder übergeben wird, wie wir sie übernommen haben.“ Stephan Hartmann, der bei der Arbeiterwohlfahrt (Awo) die Flüchtlingssozialarbeit koordiniert, betonte zudem, dass die Awo als Ansprechpartner bei Problemen immer zur Verfügung stehe.
Als Dritten im Bunde hatte Busse Polizeisprecher Axel Bergmann eingeladen, „um den Menschen die Angst vor Kriminalität zu nehmen“, so der Verwaltungschef, der betonte: „Aus meiner Sicht sind das alles Vorurteile.“ Diese Einschätzung teilte auch Bergmann. „Eine objektive Kriminalitätssteigerung in Zusammenhang mit Flüchtlingen ist nicht festzustellen.“
Dabei sprach Bergmann auch die Übergriffe an Silvester am Kölner Hauptbahnhof an, wo Frauen von Männergruppen belästigt und bestohlen wurden. Dies sei ein Einzelfall, der aufgearbeitet werden müsse, betonte der Polizeisprecher. Zwar gebe es derzeit keinerlei Hinweise, dass unter den Tätern auch Flüchtlinge waren. Dennoch sorgen die Vorfälle auch in Schaumburg für Verunsicherung, wie die Reaktion eines Bürgers zeigte, der in den Saal rief: „Wir können nur hoffen, dass die Menschen, die hierher kommen, nicht solche Arschlöcher sind.“
Sorgen bereitet auch die Personalausstattung der Awo. So stellte ein Bürger die Frage, wie neun Sozialarbeiter für die Integration von Tausenden Flüchtlingen sorgen sollen. Hartmann entgegnete, dass die Awo auf der Suche nach weiteren Mitarbeitern sei. Hinzu komme, dass sich in vielen Gemeinden bereits ehrenamtliche Unterstützerkreise gebildet hätten.
Ein solches Netzwerk will Pastorin Antje Stoffels-Gröhl auch in der Samtgemeinde etablieren. Mit einem Fragebogen hat die Kirche zunächst die Bereitschaft in der Bevölkerung ermittelt, sich für Flüchtlinge zu engagieren. Das Ergebnis: 20 Bürger haben sich gemeldet. „Das ist noch Luft nach oben“, kommentierte Stoffels-Gröhl.

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