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Meerbecker Erntefest auf der Kippe?

Meerbeck / Finanzielles Defizit Meerbecker Erntefest auf der Kippe?

Mit dem diesjährigen Erntefest hat die Meerbecker Dorfgemeinschaft ordentlich Miese gemacht. Deshalb will jetzt die Gemeinde in die finanzielle Bresche springen.

Meerbeck (svb). Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen, das finanzielle Defizit von rund 5000 Euro, das bei der Durchführung des Erntefestes entstanden ist, zu übernehmen.

Gemäß der Haushaltsstelle „Zuschüsse für Heimatfeste“ stellt der Rat überplanmäßige Ausgaben bis zu einer Höhe von maximal 5000 Euro für die Tilgung ausstehender Rechnungen zur Verfügung.

Der Antrag der Dorfgemeinschaft für finanzielle Unterstützung hat im Rat für einigen Gesprächsstoff gesorgt. Dass die Erntefestorganisatoren mit einem Minus aus dem Fest gegangen sind, hat nach Angaben der Ratsmitglieder unterschiedliche Gründe. Den Hauptgrund sehen einige einiger Ratsmitglieder in der Terminüberschneidung mit einer örtlichen Hochzeit, der Einschulung sowie weiteren Festen in der näheren Umgebung, die an dem dreitägigen Meerbecker Erntefestwochenende parallel über die Bühne gegangen sind.

Ratsmitglied Stefanie Opfermann (CDU) zeigte sich „schockiert“ über das leere Festzelt beim Erntefest. Zeitweise hätten „hinter dem Tresen mehr Leute gestanden, als davor“, sagte sie. Es habe ihr regelrechte „Bauchschmerzen“ verursacht. Opfermann sowie sämtliche Ratsmitglieder stünden jedoch fest hinter dem Erntefest und sind der Meinung, dass diese Attraktion für das Dorf erhalten bleiben müsse. Schuldzuweisungen über eventuelle Fehlkalkulationen waren kein Thema in der Ratssitzung.

Vielmehr zollte der Rat der Dorfgemeinschaft ihren Dank, weil sämtliche Helfer und Organisatoren das Erntefest ehrenamtlich und unentgeltlich auf die Beine stellen – und das für die gesamte Gemeinde. Weil die Dorfgemeinschaft, die aus mehreren Vereinen besteht, über kein Eigenkapital verfügt, fällt jedes Defizit um so deutlicher ins Auge.

Trotzdem sollten sich alle Beteiligten „ernste Gedanken“ über das Erntefest machen, so der Apell von Bürgermeisterin Sabine Druschke. Der Rat will jetzt Gespräche mit der Dorfgemeinschaft führen, in denen die Gestaltung der Zukunft des Erntefestes im Vordergrund steht. Vorschläge wie die Reduzierung des Festes von drei auf zwei Tage – wie beim Volksdorfer Erntefest – könnten dabei zur Debatte stehen. Druschke sei zuversichtlich, dass das erntefest eine Zukunft habe und eine gemeinsame Lösung für die Erhaltung der Tradition gefunden werden könne.

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