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Neues Leben auf dem Gallhof

Volksdorf Neues Leben auf dem Gallhof

„Es ist ein Traumhaus“ – Heike Scholl-Braun und Stefan Braun haben den historischen Gallhof gekauft und möchten ihn nun für kulturelle Veranstaltungen öffnen. Konzerte, Lesungen, Schauspiel – das Ehepaar aus Aachen hat viele Ideen, was man in und um das ortsprägende Fachwerkhaus aus dem 17. Jahrhundert so alles anstellen könnte.

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Neustart: Heike Scholl-Braun und Stefan Braun möchten ihr neues Heim für Kulturfreunde öffnen.

Quelle: kil

Volksdorf. Kulturereignisse haben die beiden im kleinen Rahmen auch schon in Aachen organisiert. „Wir kennen viele Künstler und Musiker.“ Heike (44) ist Sopranistin am Aachener Dom und möchte im Gallhof auch eine Gesangsschule einrichten. „Außerdem wollte ich schon immer einen hochwertigen Chor gründen“, erzählt die Sängerin. Ehemann Stefan (51) ist Lehrer für Deutsch und Philosophie und heute stellvertretender Schulleiter in Porta Westfalica. Mit dem Kauf des Gallhofs haben sich die beiden einen Traum erfüllt, den auch schon die Vorbesitzer, das Ehepaar Werner, im Hinterkopf hatte. Es war sozusagen Liebe auf den ersten Blick, bestätigt die 44-Jährige. „Wir fühlen uns wie im Urlaub“, erzählt sie während sie im schattigen Garten am Wassergraben sitzt. 30 Jahre lang hegten und pflegten die Werners das Fachwerkhaus mit viel Liebe zum Teil. Um mehr Zeit mit den Kindern verbringen zu können, sind sie nun nach Berlin gezogen. Vor ihnen soll Graf von Plettenberg in dem Haus gewohnt haben, wissen die Brauns. „Und auch er hatte den Traum, das Haus für kulturelle Ereignisse zu nutzen. Dieses Erbe tragen wir jetzt weiter“, sagt die neue Hausherrin.
Die lange und bewegte Geschichte des Gebäudes sieht man dem bestens instand gehaltenen Schmuckstück gar nicht an. Die erste urkundliche Erwähnung weist ihn 1332 als Gehlehof von Schaumburger Grafen aus. Seit 1410 spricht man vom Gallhof, einem ländlichen Vorwerk mit Hand- und Spanndiensten aus den umliegenden Dörfern. Um 1645 wurde die alte Vorburg dann mit einer Graft und der Gallhof mit einem Palisadenzaun eingerahmt – dabei tranken die Bauern übrigens drei Fass Bier, wie in der Geschichtsschreibung nachzulesen ist. Das Haus in seiner jetzigen Form ist erst 1699 errichtet worden. Seitdem haben dort viele unterschiedliche Familien gelebt. Nachdem die Gutswirtschaft 1787 verkauft worden war, bildeten Gut Brandenburg und Gallhof einen Gutsbezirk. 1973 kaufte Graf Plettenberg das Anwesen, der das Haus grundlegend renovierte. 1985 erwarben die Werners den Hof.
Die ersten Wurzeln, wissen die Brauns, reichen aber noch viel weiter zurück. Braun weiß, dass der Gewölbekeller wohl tausend Jahre alt ist. Auf diesem Fundament soll ursprünglich ein mittelalterlicher Wohnturm gestanden haben. Lange Zeit diente der Keller als Lager für Butter und Käse.
Darüber hinaus ranken noch weitere Legenden um den Hof. Von den angeblichen Fluchttunneln nach Kuckshagen haben die neuen Besitzer auch schon gehört. Der Meerbecker Ernst Führing, der sich intensiv mit der Historie des Dorfes beschäftigt hat, hält das allerdings für sehr wage. Es „konnte nie bestätigt werden und ist auch, bedingt durch die Bodenverhältnisse, sehr unwahrscheinlich“.
Ein Haus voller Geschichte, die die neuen Eigentümer nun fortschreiben wollen. Seit rund zwei Monaten wohnen sie darin. Das Kulturprogramm soll im Spätsommer zunächst im kleinen Rahmen innerhalb des Hauses starten. Und wenn es gut läuft, können sich die beiden auch vorstellen, die anliegende Scheune umzubauen und ebenfalls für Veranstaltungen zu nutzen. Zunächst müssen aber noch die nötigen Genehmigungen beim Landkreis eingeholt werden. kil

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