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Opfer diesmal von Auto angefahren

Meerbeck Opfer diesmal von Auto angefahren

Ein 26-Jähriger aus Helpsen, den bis zu sechs Männer am Himmelfahrtstag 2013 in Bad Hiddenserborn krankenhausreif geschlagen haben sollen, ist offenbar erneut Opfer einer Straftat geworden.

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Meerbeck/Stadthagen. „Ich habe die Vermutung, dass ich von einem Auto angefahren wurde“, erklärte er vor dem Schöffengericht in Stadthagen. Die Folge waren Kopfverletzungen, den Angaben zufolge ein Schädel-Hirn-Trauma ersten Grades. Fünf Tage vor Heiligabend wollte der Helpser demnach in einer Gegend, wo eher wenig Straßenverkehr herrscht, Altglas entsorgen. Der oder die Unbekannte hinterm Steuer soll anschließend Fahrerflucht begangen haben. „Das ist ja unglaublich“, meinte Richter Kai Oliver Stumpe.

An jenem 9. Mai 2013, um den es im Prozess geht, hatte der heute 26-Jährige noch schlimmere Verletzungen erlitten. Die mutmaßlichen Angreifer sollen den Mann, der damals Praktikant einer Gaststätte war, geschlagen und getreten haben, als er bereits wehrlos am Boden lag. Im Krankenhaus stellten die Ärzte unter anderem eine Gehirnblutung fest. Noch immer leidet das Opfer an den seelischen und körperlichen Folgen, ist beispielsweise auf einem Ohr taub.

Auf der Anklagebank sitzen drei Männer aus Bückeburg. Ob sie zu den Tätern gehören, muss der Prozess zeigen. Zur Last legt ihnen Staatsanwalt André Lüth schwere Körperverletzung. Bei drei weiteren Verdächtigen hatten die Beweise für eine Anklage nicht gereicht. Diese Strafverfahren waren eingestellt worden. Ende Januar beginnt in Bückeburg ein Zivilprozess, in dem der Helpser von sechs Männern insgesamt rund 30000 Euro Schmerzensgeld verlangt.

Unterdessen gleicht der Stadthäger Gerichtssaal zunehmend einem Lazarett. Gesundheitlich angeschlagen ist nämlich auch ein Angeklagter. Noch während der Verhandlung wurde der 26-Jährige kürzlich mit einem Krankenwagen in die Klinik gebracht, nachdem er im Justizgebäude einen Kollaps erlitten hatte. Einem Attest zufolge leidet er an Angststörungen. Im Saal hatte durchgehend ein Rettungssanitäter gesessen, um bei Bedarf den Blutdruck zu messen. Der Blutdruck blieb im grünen Bereich, nicht jedoch die Herzfrequenz.

Richter Stumpe ordnete daraufhin an, dass in Abwesenheit des Mannes weiterverhandelt wird. Zur Begründung hieß es: Obwohl das Gericht den Angeklagten schriftlich aufgefordert habe, Medikamente gegen seine Angstzustände einzunehmen, habe dieser offensichtlich nichts unternommen. „Er hält sich vorsätzlich verhandlungsunfähig“, erklärte Stumpe. Für den Bundesgerichtshof, auf den der Richter sich beruft, steht ein derartiges Verhalten einer eigenmächtigen Abwesenheit gleich. Anders ausgedrückt: Es ist ungefähr das Gleiche, als bliebe ein Angeklagter trotz ordnungsgemäßer Ladung zuhause.

Weiterhin schleppend gestaltet sich die Beweisaufnahme. Noch nicht ausgesagt haben ein Gastwirt und dessen Sohn, die am Abend des Vatertages durch Schläge Frakturen im Gesicht erlitten hatten, als sie ihrem Praktikanten helfen wollten. Vernommen hat das Schöffengericht am jüngsten Prozesstag zunächst mehrere Augenzeugen, die zwar eine Schlägerei beobachtet hatten, über entscheidende Details jedoch nichts berichten konnten. Einer der jetzt Angeklagten soll sich nach dem Vorfall in einer Hecke versteckt haben. ly

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