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Meerbeck Prügelopfer klagt auf 30 000 Euro
Schaumburg Niedernwöhren Meerbeck Prügelopfer klagt auf 30 000 Euro
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00:23 05.12.2014
Quelle: Symbolfoto
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Meerbeck. Mehrere Männer sollen den 24-Jährigen nach Erkenntnissen der Ermittlungsbehörden geschlagen und getreten haben, als dieser bereits reglos am Boden lag. Das Opfer erlitt demnach Hirnblutungen, hat offenbar seinen Geruchs- und Geschmackssinn verloren. Auf einem Ohr hört der junge Mann gar nichts mehr, auf dem anderen nur noch eingeschränkt. In einem Zivilverfahren vor dem Landgericht in Bückeburg verlangt er 30 000 Euro Schmerzensgeld. Wie Richter Thorsten Garbe von der dortigen Pressestelle auf Anfrage weiter erklärt, richtet sich die Klage gegen sechs Männer.

Außerdem wird die Sache strafrechtlich aufgearbeitet: Anderthalb Jahre nach dem blutigen Himmelfahrtstag ist vor dem Schöffengericht in Stadthagen ein Strafprozess gegen zwei mutmaßliche Täter geplatzt. Verteidiger Raban Funk hat Richter Kai Oliver Stumpe als befangen abgelehnt. Über den Antrag, dem sich später auch Funks Kollege Volkmar Wissgott anschloss, ist noch nicht entschieden. Nach Darstellung des Rechtsanwaltes hatte der Richter einem Antrag, den Prozesstermin zu verlegen, nicht stattgegeben. Stumpe hielt dagegen, das Gericht habe über Wochen versucht, einen gemeinsamen Termin zu finden.

Die Angeklagten sind 24 und 25 Jahre alt. Sie kommen aus Bückeburg und Obernkirchen. Zur Last legt Staatsanwalt Wilfried Stahlhut ihnen schwere Körperverletzung. Dies ist ein Verbrechen, auf das mindestens ein Jahr Freiheitsstrafe steht. Bei diesem Delikt werden die Folgen der Tat als besonders schwer eingestuft.

Ein Gastwirt und dessen Sohn, die helfen wollten, wurden ebenfalls verletzt. In einem Fall ist von einem Nasenbeinbruch die Rede, im anderen von einer Fraktur des Kiefers. Insgesamt sollen sechs Männer an der Tat beteiligt gewesen sein. Gegen vier von ihnen laufen Ermittlungen, die noch nicht abgeschlossen sind.

Am Abend des 9. Mai 2013 waren Mitarbeiter der Gaststätte mit einem kleinen Radlader unterwegs, um Gläserkästen einzusammeln. Der Praktikant stand auf der Ladefläche. Eine Gruppe von Männern soll nicht Platz gemacht haben, worauf der Fahrer hupte. Dies könnte die mutmaßlichen Schläger so in Rage gebracht haben, dass sie den Praktikanten vom Fahrzeug zogen und gemeinsam auf ihn losgingen. Zuvor soll das Opfer die Männer höflich gebeten haben, aus dem Weg zu gehen.

Bei einer Neuauflage des Prozesses könnte vor der 1. Großen Strafkammer am Bückeburger Landgericht verhandelt werden. Denkbar wäre dies, wenn das Verfahren deutlich an Umfang zugenommen hat, weil zwischenzeitlich sechs Männer angeklagt sind. Im Zivilverfahren hatte einer der beiden bereits Angeklagten schriftlich Namen genannt.  ly

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