Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Meerbeck Schläge auf dem Erntefest
Schaumburg Niedernwöhren Meerbeck Schläge auf dem Erntefest
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 12.08.2017
Symbolbild Quelle: DPA
MEERBECK/STADTHAGEN

Jugendrichter Kai Oliver Stumpe hat ihn dafür jetzt zu einer Woche Dauerarrest verurteilt.

„Die Linie des Amtsgerichts sieht so aus, dass auf Körperverletzungen regelmäßig mit Freiheitsentziehung reagiert wird – auch bei Ersttätern“, machte Stumpe dem Schläger klar. An vielen anderen Gerichten drohen derartige Sanktionen erst Wiederholungstätern. Nach dem Schuldspruch wirkte der Angeklagte verblüfft. Damit hatte er offenbar nicht gerechnet.

Aggressionen nicht im Griff

 Mit seiner Entscheidung überbot Stumpe die Staatsanwaltschaft, die zwei Freizeitarreste beantragt hatte, zu verbüßen übers Wochenende. Außerdem muss der Heranwachsende an einem mehrmonatigen Anti-Aggressionstraining teilnehmen. „Er hat seine Aggressionen nicht im Griff“, stellte Richter Stumpe fest.

Angeklagt war der 19-Jährige wegen Körperverletzung in zwei Fällen. Verurteilt wurde er wegen Vollrausches. Mehrere Zeugen hatten ihn als stark betrunken beschrieben. Das Gericht kann deshalb nicht ausschließen, dass er zum Zeitpunkt der Taten wegen seines offensichtlich hohen Alkoholpegels schuldunfähig war. Für solche Fälle gibt es jedoch den so genannten Auffang-Paragraph des Vollrausches, nach welchem eine Verurteilung möglich ist.

Faust kam aus dem Nichts

Fest steht, dass der 19-Jährige und einige Freunde vor dem Besuch des Erntefestes im Stadthäger Schlosspark „vorgeglüht“ hatten. Dabei flossen reichlich Whisky und Wodka. Das erste Opfer in Meerbeck war dann ein 22-Jähriger aus Hespe, der draußen an einem Zaun gestanden hatte, als der Stadthäger vorbeitorkelte und dabei auf den Fuß des friedlichen Gastes trat. Der Schläger fiel zunächst in den Zaun, bevor er sich umdrehte und plötzlich zuschlug. Das Opfer erlitt eine Platzwunde über dem linken Auge, die im Krankenhaus geklebt werden musste.

Etwas später traf es einen 20-Jährigen aus Hannover, der nichtsahnend am Eingang zum Zelt gestanden und sich mit seinem Handy beschäftigt hatte. Er hörte nur ein „Hey!“, da hatte er auch schon die Faust des Stadthägers im Gesicht. Die Folge war starkes Nasenbluten. Danach kümmerte sich die Security um den Schläger und führte ihn ab.

In der Vergangenheit war der Stadthäger schon einmal in Erscheinung getreten – wegen mutmaßlicher Körperverletzung auf einem Fußballplatz. Dieses Verfahren wurde damals jedoch eingestellt. ly