Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Vierter Versuch: Verhandlung über Gewaltexzess am Vatertag

Mit Hirnblutung im Krankenhaus Vierter Versuch: Verhandlung über Gewaltexzess am Vatertag

Nach mehreren vergeblichen Anläufen hat die Hauptverhandlung gegen drei Bückeburger begonnen, die am Himmelfahrtstag 2013 in Bad Hiddenserborn den Praktikanten einer Gaststätte so verprügelt haben sollen, dass dieser bis heute schwer an den Folgen leidet. Zum ersten Mal nach einem Jahr sagte das Opfer jetzt vor dem Schöffengericht in Stadthagen aus.

Voriger Artikel
Ausstellung in Volksdorf
Nächster Artikel
Zivilstreit um mindestens 30.000 Euro

Meerbeck/Stadthagen (ly). Der heute 26-Jährige hatte eine Gehirnblutung erlitten. Er ist auf einem Ohr taub und gilt als traumatisiert. Seit dem verhängnisvollen Abend, nach mehreren Klinikaufenthalten und Therapien konnte der Helpser noch acht Monate lang arbeiten, dann musste er seinen Beruf aufgeben. „Meine finanzielle Lage sieht mehr als scheiße aus“, drückt er sich recht drastisch aus. Der 26-Jährige meidet Menschenansammlungen, geht weder ins Fußballstadion noch zum Schwimmen, noch nicht einmal auf den Weihnachtsmarkt.
Bis zu sechs Männer sollen den bereits bewusstlosen Praktikanten an jenem 9. Mai gegen 21.45 Uhr geschlagen und getreten haben. Zuvor war er laut Anklage von einem Radlader gezogen worden und beim Sturz mit dem Kopf auf Asphalt geprallt. An die eigentliche Tat hat das Opfer keine Erinnerung mehr. „Ich kann mich erst wieder erinnern, dass ich im Krankenhaus aufgewacht bin.“
Was passiert sein soll, haben dem 26-Jährigen ein Gastwirt und dessen Sohn erzählt, die beide Brüche im Gesicht erlitten, als sie helfen wollten. Den Angaben zufolge hatte eine Gruppe von Besuchern noch Getränke verlangt, obwohl der Praktikant und seine Kollegen bereits beim Aufräumen waren. „Wir sind schon lange auf den Beinen und möchten gerne Feierabend machen“, sollen sie geantwortet haben. Dies könnte die Zecher wütend gemacht haben. Ob unter den Schlägern die drei Angeklagten waren, muss die Beweisaufnahme zeigen.
Vom Prozess erwartet das Opfer, „dass das alles endlich mal ein Ende hat“. Das kann noch dauern. Mehrere Stunden haben die Juristen am jüngsten Sitzungstag allein damit verbracht, die Verhandlungsfähigkeit eines der drei Angeklagten zu klären. Vorsichtshalber war der Bückeburger zu Hause geblieben. Einem Attest zufolge leidet er an Angststörungen, hervorgerufen durch den Prozess. Zwischenzeitlich ist eine Magenschleimhautentzündung hinzugekommen.
Nach der Vernehmung eines Sachverständigen sah Richter Kai Oliver Stumpe „keine Anhaltspunkte, dass der Angeklagte verhandlungsunfähig ist“. Drohender Bluthochdruck während der Verhandlung fällt für Stumpe „unter allgemeines Lebensrisiko“. Der Richter gönnte sich die Bemerkung: „Ich hatte an den letzten Verhandlungsterminen wahrscheinlich auch Bluthochdruck. Das hat nur keiner gemessen.“
Damit spielte Stumpe darauf an, dass es zuvor dreimal nicht zur Verhandlung gekommen war. Beim Auftakt im Dezember 2014 hatte Verteidiger Raban Funk den Richter als befangen abgelehnt, war mit dem Antrag aber gescheitert. Vor dem zweiten Anlauf im Juli meldete sich eine wichtige Zeugin krank, zuletzt im November der 26-jährige Angeklagte.
Diesmal kündigte Stumpe an, den Bückeburger von der Polizei holen zu lassen. „Das können Sie sich sparen“, lenkte Verteidiger Funk ein und rief seinen Mandanten an. Der dann doch zum Prozess erschien. Nach Hause fuhr der Angeklagte dann mit dem Notarzt. Funk zufolge hatte er sich in den Pausen mehrfach übergeben.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg