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Zivilstreit um mindestens 30.000 Euro

Meerbeck Zivilstreit um mindestens 30.000 Euro

Im neuen Jahr könnte der mutmaßliche Gewaltexzess am Himmelfahrtstag 2013 zwei Gerichte gleichzeitig beschäftigen. Vor dem Bückeburger Landgericht beginnt am Dienstag, 26. Januar, ein Zivilverfahren um mindestens 30.000 Euro Schmerzensgeld.

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Meerbeck. Dort ist ebenfalls eine umfangreiche Beweisaufnahme geplant. Beklagte sind allerdings sechs Männer, während sich das laufende Strafverfahren vor dem Stadthäger Schöffengericht gegen drei Angeklagte richtet.

Im Zivilstreit klagt das Opfer der Schlägerei, ein Mann aus Helpsen. Der heute 26-Jährige hatte an jenem „Vatertag“ in Bad Hiddenserborn eine Gehirnblutung erlitten. Seitdem ist er unter anderem auf einem Ohr taub, kämpft mit seelischen Folgen der Tat und hat seinen Beruf aufgegeben. Vor der 2. Zivilkammer verlangt der Kläger nicht nur Schmerzensgeld, sondern darüber hinaus die Feststellung, dass zukünftige Schäden ebenfalls zu ersetzen sind. Hinter ihm liegen mehrere Klinikaufenthalte und Therapien.

Zunächst hatte das Landgericht dieses Zivilverfahren mit Blick auf den Strafprozess zurückgestellt, doch der zieht sich in die Länge. Die erste Hauptverhandlung hatte vor einem Jahr begonnen. Seitdem ist der Prozess mehrfach geplatzt. Voraussichtlich wird nun bis in den Februar hinein verhandelt. Am jüngsten Sitzungstag hat die Befragung eines einzigen Zeugen zweieinhalb Stunden gedauert, weil vor allem die drei Verteidiger viele Fragen haben.

Neu ist, dass das Opfer rund 2,4 Promille Alkohol im Blut gehabt haben soll. Dies geht aus ärztlichen Unterlagen hervor. In seiner Vernehmung vor Gericht hatte der 26-Jährige dagegen erklärt, lediglich ein „Feierabendbier“ getrunken zu haben. Allerdings hat der Helpser als Folge seiner schweren Verletzungen eine Amnesie (Gedächtnisstörung) erlitten. Seine Erinnerungslücken beziehen sich auch auf Ereignisse, die bereits Stunden vor der Tat gelegen haben.

Am Abend des verhängnisvollen 9. Mai 2013 war der junge Mann Praktikant einer Gaststätte. Zu der Tat kam es, als er und einige Kollegen Gläser einsammeln wollten. Darüber könnte sich eine Gruppe Zecher geärgert haben, die gegen 21.45 Uhr, als die Veranstaltung bereits ausklang, noch Getränke wollten. Der Praktikant soll jedenfalls von der Ladefläche eines Radladers gezogen worden sein.

Bis zu sechs Männer sollen ihn noch geschlagen und getreten haben, als er bereits wehrlos am Boden lag. Ob die drei Angeklagten unter den Tätern waren, muss der Prozess zeigen. Ein Gastwirt und dessen Sohn, die nur helfen wollten, waren ebenfalls verprügelt worden.

Am jüngsten Sitzungstag hat einer der Angeklagten erneut ein ärztliches Attest vorgelegt, wonach er wegen einer Angststörung nicht verhandlungsfähig ist. Richter Kai Oliver Stumpe hatte den Bückeburger zuvor von einem Amtsarzt untersuchen lassen, der zu einem anderen Ergebnis kam.

Zuletzt musste sich der Angeklagte mehrfach übergeben. Sein Blutdruck stieg auf 160 (oberer Wert), gemessen von einem Rettungssanitäter, der auf dem Flur wartet. „Jetzt sind wir tatsächlich am Rande der Verhandlungsunfähigkeit“, stellte Richter Stumpe fest und schloss die Sitzung früher als geplant. ly

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