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00:16 05.08.2016
Alexandra Göpel ist ihrem Wohngeld lange hinterhergelaufen. Quelle: bab
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Die Studentin ist wohngeldberechtigt und hat bei einem Folgeantrag einige Hürden überwinden müssen, bis das Geld schließlich überwiesen wurde. Die Kosten für Schulbedarf ihrer Töchter, für die Klassenfahrt und das Feuerwehrzeltlager musste sie bei ihrem knappen Salär entweder vorstrecken oder sich stunden lassen. Denn wegen des fehlenden Bescheides konnte die 47-Jährige auch keine Leistung aus dem Bildung-und-Teilhabe-Paket für ihre Kinder beantragen.

Von dem Wohngeldbescheid hängen auch noch andere Vergünstigungen ab. Göpel, die eine größere Zahnbehandlung vor sich hatte, konnte auch keinen Antrag auf finanzielle Härte bei der Krankenkasse stellen. Des Weiteren musste sie ihrer Vermieterin sagen, dass sie die Miete unter Umständen erst einmal nicht mehr bezahlen kann. Göpel, die den Antrag im März gestellt hatte, fehlte seit April das fest eingeplante Wohngeld an allen Ecken und Enden.

Mehr als 1000 Euro fehlten

Anfang März hatte das Amt Unterlagen nachgefordert und Mitte April sogar eine Rückforderung gestellt, da Göpel angeblich zusätzliche, aber verschwiegene Einkünfte in Höhe von 80 Euro im Monat gehabt haben soll, wie sie erzählt. Schließlich bekam sie einen Bescheid vom Sozialamt.

„Aus dem Schreiben geht hervor, dass mir erneut Wohngeld in Höhe von 257 Euro monatlich zusteht“, berichtet Göpel. Einen Monat später hieß es jedoch, das Amt habe sich verrechnet. Noch drei Wochen später bekam Göpel die Auskunft, dass die entscheidenden Mitarbeiter des Sozialamtes für mehrere Wochen nicht im Hause seien. Inzwischen fehlten Göpel insgesamt mehr als 1000 Euro in der Haushaltskasse.

Langsam riss der alleinerziehenden Mutter der Geduldsfaden. Da sie mit jedem weiteren Tag ohne Bescheid größere Probleme bekam, den Lebensunterhalt für sich und die Kinder zu bestreiten, wandte sie sich an die Schaumburger Nachrichten und sagte dem Sozialamt das auch. „Dann ging plötzlich alles ganz schnell“, sagt die Lauenhägerin.

Das Einschalten der Lokalzeitung könne dafür eigentlich nicht der Grund gewesen sein, meint Klaus Heimann, Sprecher des Landkreises. „Es gibt Einzelfälle, bei denen mehrere Dinge zu klären sind“, nennt er allgemeine Gründe für eine mögliche Verzögerung. Im Normalfall sei der Landkreis recht zügig bei der Bearbeitung. „Wir hatten gerade eine Prüfung im Haus“, sagt Heimann. Die habe ergeben, dass das Sozialamt im Schnitt lediglich eine Woche für die Bearbeitung eines Falles benötige. „Das geht natürlich nur, wenn alle Unterlagen vollständig vorliegen“, schränkt er ein. Aus persönlichkeitsrechtlichen Gründen könne er keine Auskünfte über Einzelfälle geben.bab

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