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Niedernwöhren Mittelbrink hisst die Flaggen
Schaumburg Niedernwöhren Niedernwöhren Mittelbrink hisst die Flaggen
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00:17 06.06.2018
Das Infanterieregiment Graf Wilhelm nimmt Aufstellung um den neuen Gedenkstein von Mittelbrink. Quelle: crs
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Niedernwöhren

Am Sonntag um zehn Uhr begannen die Festlichkeiten, bei denen zahlreiche Aktionen auf die Besucher warteten. Der Ort wurde 1768 durch Graf Wilhelm zu Schaumburg-Lippe gegründet, welcher es einigen seiner Gefolgsmänner aus dem Portugal-Feldzug gegen Spanien im Siebenjährigen Krieg als Belohnung zukommen ließ. Diese rodeten das zu jener Zeit vollständig bewaldete Gebiet und errichteten die ersten Häuser. Es gab jedoch auch gewisse Forderungen, weiß Organisatorin Cordula Wahlmann: „Sie sollten innerhalb eines Jahres Familien gründen, sofern sie nicht bereits eine hatten. Ansonsten mussten sie den Ort wieder verlassen.“

Bei den Vorbereitungen für das Jubiläum sei schon früh die Idee für eine eigene Flagge ins Gespräch gekommen. „Die Farben entsprechen denen der portugiesischen Flagge. Das rote Kreuz steht für die Wegkreuzung in der Mitte des Ortes. Der grüne Grund für den umgebenden Wald“, erklärte Wahlmann. Die Fahne wurde während der Festlichkeiten gehisst.

Still gestanden: Corporal Carsten Thiele mustert Organisatorin Cordula Wahlmann und Bürgermeister Thomas Bachmann besonders eingehend

Ein Stück weiter fand indes der ebenfalls neue Gedenkstein seinen Platz. Diesen zieren das Gründungsdatum sowie der Buchstabe „W“ für Graf Wilhelm. Ein wichtiger Teil des Festes war der Besuch des Infanterieregiments Graf Wilhelm, welches den Grafen als Namenspatron führt. Laut Carsten Thiele, Corporal vom Dienst, war zunächst ein Biwak, ein Nachtlager der Regimenter, geplant. Dafür fanden sich jedoch nicht genug Teilnehmer. Stattdessen begnügten sich die Kameraden damit, Bürgermeister Thomas Bachmann zu verhaften und an den „Schandpfahl“ zu stellen. Er hatte es versäumt, die „Teufelsblume“ namens Löwenzahn in seinem „Hoheitsgebiet“ auszurotten.

Bachmann blieb jedoch nicht der einzige Unglückliche: „Es gab unter den ursprünglichen Siedlern auch zwei, die gar nichts getan haben. Ausgenommen davon, den ganzen Tag in der Kneipe zu sitzen. Die wurden dann irgendwann aus dem Dorf gejagt“, erzählte Thiele. Um dieser Geschichte aus den Anfangstagen zu gedenken, ereilte zwei Freiwillige aus der Besucherschar das gleiche Schicksal. Anschließend durften sie jedoch selbstverständlich reuevoll zurückkehren, um sich an den Foodtrucks mit Bratwürsten und Bier zu versorgen und den Abend unter einem der Zelte entspannt ausklingen zu lassen. crs

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