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Spielhalle statt Drogerie

Gemeinde stellt Weichen für „Entertainmentcafé“ im ehemaligen Schlecker Spielhalle statt Drogerie

Auf der einen Seite steht die Freude, einen Leerstand zu beheben, auf der anderen ein wenig Skepsis, ob so ein Laden auch wirklich ins Dorfbild passt: Voraussichtlich wird die ehemalige Schlecker-Filiale am Niedernwöhrener Netto demnächst durch eine Art „Entertainmentcafé“ mit Spielautomaten und Co. wieder gefüllt.

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Nicht mehr viel los: Seit fast einem Jahr steht der ehemalige Schleckerladen am Netto leer. Im Herbst zog auch der Bäcker aus.

Quelle: kil

Niedernwöhren. Um dem Betreiber die Eröffnung zu ermöglichen, hat die Gemeinde bereits eine Änderung des Bebauungsplans beantragt. Diese muss jetzt noch vom Landkreis genehmigt werden, bestätigt Gemeindedirektor Walter Hartmann. Bislang war für die Immobilie im B-Plan nur eine Nutzung durch Drogerien vorgesehen.

Dieser Punkt soll jetzt geändert werden, erklärt Hartmann. Auch, wenn zunächst nicht alle im Rat von der Idee begeistert gewesen seien, bestehe jetzt doch „Grund zur Freude“ darüber, dass wenigsten einer der Leerstände am Netto-Markt bald Geschichte sein könnte. Seit Herbst steht auch die benachbarte Bäcker-Filiale am Discounter leer.

Ralf-Uwe Seeger, SPD-Fraktionssprecher im Rat, musste sich erst an den Gedanken gewöhnen. „Wenn man hört, dass in Niedernwöhren eine Art Spielhalle aufmachen soll, zuckt man erst mal zusammen“, gesteht Seeger, der mittlerweile aber eher den positiven Effekt sieht: „Wir wollen ja nicht tausend Leerstände in unserer Gemeinde haben.“

Um die Angst vor einer „Spielhölle“ und bestehende Vorurteile auszuräumen, haben sich einige Ratsmitglieder darauf eingelassen, ein ähnliches „Entertainmentcafé“ des Betreibers in Barsinghausen zu besichtigen. Der Eindruck sei „vernünftig und ordentlich“ gewesen, berichtet Seeger.

Außerdem meint er: Wenn der Netto-Besitzer als direkter Nachbar nichts dagegen habe, dass neben ihm ein Unterhaltungscafé einzieht, „dann kann es ja nicht so schlimm sein“. Trotzdem bleibe „eine gesunde Skepsis“ darüber, welche Klientel ein solcher Laden anlocken könnte.

Auch Friedrich Wilharm, Fraktionsvorsitzender der CDU, erkennt eine gewisse Problematik. Um die Gefahr, dass die Anzahl der Spielautomaten überhand nehme, vorab einzudämmen, habe der Rat konkrete Bedingungen im B-Plan eingearbeitet. So werde das „Entertainmentcafé“ wohl nur mit einigen Automaten, Billardtischen und Internetanschlüssen ausgestattet, weiß Wilharm.

Zudem sei im B-Plan nur ein Betrieb bis 22 Uhr und ausschließlich der Ausschank von alkoholfreien Getränken vorgesehen. Es solle ein Treffpunkt werden, an dem sich Jugendliche auch mal zu einer „Lan-Party“ – gemeinsames Computerspielen – oder mit Freunden treffen könnten.  kil

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