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Traumjob mit Glückshormonen

Als Opernsängerin in Rostock Traumjob mit Glückshormonen

Sie wollte sich nicht irgendwann selbst vorwerfen, es nicht wenigstens versucht zu haben: Die Niedernwöhrenerin Katharina Kühn (29) hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht und sich damit einen Traum erfüllt. Kühn ist ausgebildete Opernsängerin und arbeitet heute als Sopranistin am Volkstheater Rostock.

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Eine der schönsten Seiten an Katharina Kühns Beruf: Sie kann immer wieder in neue Rollen schlüpfen.

Quelle: Fotos: Olaf Malzahn, Dorit Gaetjen

NIEDERNWÖHREN/ROSTOCK. Ein Job, der ihr jeden Tag wieder Glückshormone beschert, wie sie im SN-Gespräch erzählt. Immer wieder in neue Rollen schlüpfen, neue Opern auswendig lernen und mit Stimme und Spielfreude das Publikum begeistern – das gehört heute zu ihrem Alltag. „Mit 14 habe ich zum ersten Mal Gesangsunterricht genommen“, sagt Kühn. Nach dem Abi dann die große Frage: „Was möchte ich werden?“ Kühn entschied sich gegen „die vernünftigere“ Option Medizin oder Jura und bewarb sich für ein klassisches Gesangsstudium in Bremen. „Von 120 Bewerbern wurden nur zwei genommen“ – und die Niedernwöhrenerin gehörte dazu. Anschließend setzte sie noch ein Aufbaustudium Operngesang in Dresden oben drauf.

Operngesang aus Überzeugung

Wie sie zur Oper kam? „Als junges Mädchen stand ich eigentlich mehr auf Musicals“, sagt sie. Die Gesangslehrerin, die sie auf die Aufnahmeprüfung an der Hochschule vorbereitet hat, war allerdings mehr auf Opern spezialisiert und da die Auswahl an Lehrern in Schaumburg eher gering war, ging Kühn den Kompromiss ein. Heute singt sie aus voller Überzeugung Opern. Allerdings sind es seltener die „tragischen, leidenden Rollen“, die sie auf der Bühne verkörpert. „Ich spiele meist die flippigen, spritzigen und lustigen Figuren, die über die Bühne flitzen und die Handlung vorantreiben“, schildert die 29-Jährige. „Das entspricht auch meinem Temperament.“

Es sei eine der schönsten Seiten an ihrem Beruf, „in so viele unterschiedliche Rollen zu schlüpfen“. Neben dem Gesang gehört nämlich auch viel Schauspiel dazu. Die Opern sind fast ausschließlich auf Deutsch oder Italienisch – ein fester Bestandteil des Studiums. „Einmal habe ich auch auf Russisch gesungen“, für diese Herausforderung seien den Sängern aber extra Coaches an die Seite gestellt worden.
Nach dem Studium ging die junge Musikerin für ein Stipendium an das Opernstudio Lübeck, wo sie innerhalb eines Jahres viel Bühnenerfahrung sammeln konnte.

Heute singt sie zwischen sieben und zehn unterschiedliche Opern im Jahr, steht Weihnachten, Ostern, Silvester und am Wochenende auf der Bühne. Viel Zeit für Hobbys bleibt da nicht. Ihre Leidenschaft fürs Volleyball hat sie trotzdem nie ganz fallen gelassen und bald will sie sogar wieder in ihrem Heimatverein, TuS Niedernwöhren, einsteigen. Durch Freunde und Familie hat sie noch immer einen großen Bezug zum Schaumburger Land.

Privat hört Kühn auch mal Radio

Kühns Lieblingsrolle oder -oper? „Musikalisch hat mir vor allem ,Die Entführung aus dem Serail‘ gefallen“ – Mozart sei ihr Lieblingskomponist, erzählt sie. „Das ist eine der schwersten Gesangsrollen, daran kann man als Sängerin immer weiter wachsen.“ Privat hört sie übrigens auch gerne mal, was gerade im Radio läuft. Aber manchmal legt sie auch zuhause die passende Oper zur passenden Stimmung auf.

Ebenfalls eine tolle Rolle: „Die Christel von der Post“. „Damit habe ich fast alle Jobs geholt“, erzählt Kühn, die passenderweise ein postgelbes Auto fährt. Das Stück nimmt Bezug auf einen alten deutschen Heimatfilm der fünfziger Jahre. Kühn kann sich noch gut daran erinnern, wie sie beim Vorsingen in Rostock vor der Jury stand, und ein Raunen zu hören war, nachdem sie den altmodischen Titel angekündigt hatte. Offenbar konnte sie ihn aber gut verkaufen, denn die Anstellung am Volkstheater ist geglückt.

Eine andere Rolle, bei der Kühn auch mal ein wenig böse sein konnte, ist die der Stiefschwester in Rossinis Version des Aschenputtels „La Cenerentola“ gewesen.

Wie sich die junge Sängerin ihre berufliche Zukunft vorstellt, ist noch offen. Aber: Es muss nicht unbedingt das größte Opernhaus werden, sagt sie. In Rostock tritt die 29-Jährige vor rund 500 Leuten auf. Das reiche vollkommen aus. „Neulich war ich als Gast in der Hamburger Staatsoper. Das ist mir viel zu groß. Da ist die Distanz zum Publikum riesig. Ich möchte die Nähe zum Publikum nicht verlieren.“ kil

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