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Niedernwöhren Voneinander lernen
Schaumburg Niedernwöhren Niedernwöhren Voneinander lernen
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13:25 03.08.2017
Die Grundschule in Niedernwöhren geht mit der Eingangsstufe zum aktuellen Schuljahr neue Wege. Quelle: kil
NIEDERNWÖHREN

Insgesamt werden am morgigen Sonnabend 47 Erstklässler eingeschult. 30 in Niedernwöhren und 17 in Meerbeck. Zusammen mit den vorhandenen Zweitklässlern kommt die Meerbecker Schule damit auf zwei Eingangstufen, die Niedernwöhrener auf drei Klassen.

Anfangs habe Roth dem Modell noch skeptisch gegenüber gestanden, gibt sie zu. Es habe immer diesen „Beigeschmack“, dass man sich nur dafür entscheiden würde, weil es zu wenig Schüler gebe. Nach den Erfahrungen in Meerbeck ist sie aber zu dem Ergebnis gekommen: „Das hat einfach `was. Die Kinder arbeiten mit großer Selbstständigkeit und jeder kann nach seinem Tempo lernen“, sagt die Schulleiterin.

Gleitender Übergang

Wie die Eingangsstufe funktioniert: Die Schüler der ersten und zweiten Klassen werden zusammen unterrichtet. Dabei stellt sich manchmal heraus, dass manche Kinder so schnell lernen, dass sie schon in der Hälfte des Schuljahres in den nächsten Jahrgang wechseln können. Wer hingegen langsamer lernt, kann bis zu drei Jahren in der Eingangsstufe bleiben, ohne zurückgestellt werden zu müssen. Roth sieht in diesem „gleitenden Übergang“ viele pädagogische Vorteile.

Die Sorge, dass die Zweitklässler durch die ABC-Schützen gebremst werden könnten, hält sie für unbegründet. Im Gegenteil. Auch die Älteren profitierten, in dem sie den Jüngeren ihr erlerntes Wissen weitergeben und somit festigen würden. „Sie übernehmen die Rolle der Paten und lernen viel eher, selbstständig zu arbeiten.“

Offenerer Unterricht

Wie sieht das in der Praxis aus? Roth nennt ein Beispiel: Bei der Buchstabeneinführung lernen die Erstklässler den Buchstaben „L“. Da auf dem Plan der Zweitklässler gerade Wortarten stehen, werden die Älteren aufgefordert, Nomen oder Verben mit dem Buchstaben „L“ herauszusuchen. „Es ist ein offenerer Unterricht“, erklärt die Schulleiterin.

Der Wunsch, auch in Niedernwöhren eine Eingangsstufe einzuführen, sei übrigens zuerst aus der Elternschaft gekommen, betont Roth. Die Mehrzahl der Eltern stehe hinter dem Konzept. „Auf diese Weise können wir viel individueller auf das Niveau der Kinder eingehen.“

Es gebe auch Schulen, die das jahrgangsübergreifende Unterrichten in den Klassen 3 und 4 fortsetzen. Roth sieht das aber kritisch, denn die Vorbereitung auf die weiterführenden Schulen kann ihrer Meinung nach auf diese Weise nicht angemessen erfolgen. „Das ist eine Nummer zu groß für uns“, sagt sie. kil