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Niedernwöhren Wasser versickert nicht
Schaumburg Niedernwöhren Niedernwöhren Wasser versickert nicht
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10:40 19.02.2018
Ein kleiner Teich ist inzwischen in der Versickerungsmulde an der Alten Schule in Niedernwöhren entstanden. Quelle: bab
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NIEDERNWÖHREN

Bei der jüngsten Sitzung haben die Mitglieder und Bürgermeister Thomas Bachmann (SPD), der im Ausschuss zu Gast war, darüber beraten, wie mit dem derzeitigen Zustand umzugehen ist.

 „Das ist ein Teich und keine Versickerungsmulde“, regte sich Bachmann darüber auf, dass die Funktion, die das Becken laut Plan haben sollte, nicht erfüllt wird. Der Bürgermeister glaubt, dass bei der Planung oder der Ausführung Fehler gemacht worden sind. „Wir haben faktisch seit einem Jahr einen Teich“, beschrieb Stefan Bulmahn (SPD), dass das Wasser auch im Sommer nicht versickere.

Gutachten ergibt keine Auffälligkeiten

 Gemeindedirektor Sebastian Kühn hat darüber mit der Unteren Wasserbehörde gesprochen. Vor dem Bau der Versickerungsmulde sei ein Bodengutachten erstellt worden, das keine Auffälligkeiten enthalte. Sechs zwei Meter tiefe Probebohrungen seien seinerzeit gemacht worden. Auf den Grundwasserspiegel oder wasserundurchlässige Schichten sei man dabei nicht gestoßen.

Beim Landkreis habe er allerdings auch die Auskunft erhalten, dass die Witterungsverhältnisse der vergangenen Monate wohl mit für den derzeitigen Wasserstand verantwortlich seien. Bauausschussmitglied Friedrich Liebrecht konnte das angesichts eigener Erfahrungen nachvollziehen, wunderte sich aber ebenso, dass sich über Monate an der Mulde überhaupt nichts bewegt.

 Laut Planungsbüro, das die Anlage konzipiert hat, haben Messungen ergeben, dass alle „hydraulischen Werte eingehalten wurden“. „Demnach ist nicht davon auszugehen, dass Baumängel zu dem Einstau des Wassers in dem Becken führt“, heißt es in einem Schreiben, das dem Ausschuss vorliegt. Nach Rücksprache mit der Baufirma teilt darin das Planungsbüro mit, dass bei der Anlage der Versickerungsmulde nicht auf nennenswerte Wasservorkommen in tieferliegenden Bodenschichten gestoßen worden sei.

Sicherungsmaßnahmen nötig

 Wie Kühn auf Nachfrage sagt, liege das Problem für die Gemeinde darin, dass das Gewässer – beispielsweise durch einen Zaun – gesichert werden müsse, wenn dort dauerhaft Wasser stehe. Des Weiteren stelle die Unterhaltung ein Problem dar. Die Mulde könne nur gemäht und gepflegt werden, wenn sie trocken falle. Im Ausschuss wurde angeregt, einen vorhandenen Ablauf, der derzeit über dem Wasserspiegel liegt, einfach tiefer zu legen, damit das Wasser über diesen Weg ablaufen könne.

 Die Geduld von Bürgermeister Bachmann ist allerdings vorbei. „Es kann nicht sein, dass wir das wieder ausbaden. Wir bezahlen ein Schweinegeld und das funktioniert nicht“, bemängelte er. „Das Ding ist falsch gemacht“, glaubt Bachmann, der die Verantwortung entweder bei der Planung oder der Ausführung vermutet. Auch die anderen Bauausschussmitglieder würden die Ursache gerne klären, scheuen sich jedoch vor einem teuren Gutachten. Die Verwaltung soll jetzt prüfen, wie viel eine Expertise kosten würde. bab

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