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Niedernwöhren Wetter behindert Holzeinschlag
Schaumburg Niedernwöhren Niedernwöhren Wetter behindert Holzeinschlag
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00:18 08.01.2018
Jede Saison wird im Schaumburger Wald eine Anzahl an Eichen gefällt. In diesem Herbst und Winter leiden die Waldwege besonders unter den schweren Fahrzeugen. Quelle: soe
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Niedernwöhren

Revierförster Peter Herz kann alle aufgeregten Gemüter beruhigen: „Das ist ein ganz normaler forstlicher Einschlag wie in jedem Jahr.“ In der Saison, die von Mitte 2017 bis Mitte 2018 gehe, werde wahrscheinlich aufgrund der herrschenden Witterung sogar weniger geschlagen als in den vergangenen Jahren.

 Herz kümmert sich um das rund 1200 Hektar große Revier Landwehr, das zum Fürstlichen Forstamt Bückeburg gehört. In seinem Revier seien vor Kurzem 50 bis 60 Eichen aus dem 160-jährigen Bestand gefällt worden, die demnächst verkauft werden sollen. Durch den Einsatz von schweren Fahrzeugen haben auch die Waldwege stark gelitten. Die Arbeiten seien aber weitgehend abgeschlossen, und beschädigte Wege werden „wieder fertig gemacht“, kündigt Herz an.

 Doch das Wetter, das seit Monaten herrsche, mache es den Forstarbeitern nicht leicht. „Ich arbeite seit 29 Jahren im Schaumburger Wald, so ein Jahr habe ich noch nicht erlebt“, sagt Herz. „Wir kommen in viele Flächen gar nicht hinein.“ Die Haupteinschlagszeit ende bereits im März. Herz glaubt nicht, dass bis dahin noch eine durchschnittliche Ernte erzielt werden kann. Der Holzmarkt sei zwar in den vergangenen Jahren stabil gewesen, der Förster rechnet nach derzeitiger Lage aber mit einer Holzknappheit.

 

Zu kämpfen hatten die Forsten auch mit den Sturmtiefs. Allein Burglind habe Mitte dieser Woche dafür gesorgt, dass 40 Tonnen „Schutt“ angefallen seien, wie Herz es nennt. 300 bis 400 Festmeter Holz seien auf dem Waldboden gelandet.

 Im Revier Landwehr wird nachhaltig gewirtschaftet. In den vergangenen zehn Jahren seien 1,5 Millionen Eichen allein auf den 1200 Hektar des Reviers Landwehr gepflanzt worden, berichtet Herz. Die Eichen aus dem Revier würden ausschließlich in Deutschland verkauft, nur zehn bis 15 Prozent der eingeschlagenen Menge gelten als Wertholz.

Herz weiß, dass in jedem Jahr Kritik zu erwarten ist, wenn die Stämme an den Wegen liegen. „Die Leute können auch ruhig mal zum Förster gehen und fragen, der wohnt da oben“, signalisiert Herz, dass er selbst gerne allen Interessierten Auskunft über Ökologie, Waldwirtschaft und Naturschutz gibt. Es gebe regelmäßige Führungen mit Schulen und Vereinen. „Wir sind zum Anfassen“, sagt Herz. bab

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