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Badewonne: Frühschwimmer bangen um ihr Ritual

Morgenwonne Badewonne: Frühschwimmer bangen um ihr Ritual

Die Frühschwimmer in der Badewonne Nordsehl halten sich teilweise seit Jahrzehnten mit ihren regelmäßigen Treffen fit. Nun machen sie sich Sorgen um die Zukunft ihres Treffpunkts.

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So früh schon aktiv und gut gelaunt: Bei der Frühschwimmer-Runde in der Badewonne geht es munter zu.

Quelle: kil

Nordsehl. „Der Rentner steht ja bekanntlich früh auf“, sagt Hans Herbst (83), leidenschaftlicher Schwimmer. Und nicht nur das. In Nordsehl geht er auch besonders früh schwimmen. Rund 20 Männer und Frauen stürzen sich allmorgendlich um 6 Uhr früh in die 30 Grad warmen Fluten der Nordsehler Badewonne. Das hält fit und ist gut für die Gemeinschaft – so der Tenor der Frühschwimmer. Sollte das Bad in naher Zukunft tatsächlich schließen, würde für die Rentner-Runde ein wichtiges Ritual wegfallen.

Wenn der Pförtner im Morgengrauen die Tür des alten Hallenbades aufschließt, sind sie die ersten, die ins Salzwasser strömen. „Um die Uhrzeit haben wir noch freie Bahn“, erzählt Herbst. Später kommen dann schon die ersten Schulklassen. Vorher können die Senioren ungestört ihre Kreise ziehen, am Beckenrand plauschen und zu besonderen Anlässen auch mal das Sektglas heben. Zum Beispiel, wenn einer der Schwimmer Geburtstag hat.

Kürzlich ließ sich Albert Harmening feiern. Mit 87 Jahren ist er der älteste im Wasser. „Ich bin seit 24 Jahren dabei“, erzählt er. Warum? Seine Argumente kommen wie aus der Pistole geschossen: „Gelenke und Knochen.“ Der Senior hat schon zwei künstliche Knie sowie Hüft- und Schulteroperationen hinter sich. Das morgendliche Treffen in der Badewonne hält ihn ganz offensichtlich fit und in Bewegung.

Und da das Wasser wohlige 30 Grad hat, braucht sich keiner überwinden, im Morgengrauen ins Becken zu steigen. „Wenn es mal nur 29 Grad sind“, schmunzelt Herbst, „dann merken das einige sofort“. Dabei bedeute jedes Grad weniger eine Einsparung von rund zehn Prozent Energiekosten, weiß der Unterstützer des Hallenbades. Und Sparen ist ja gerade angesagt.

Der 83-Jährige ist immer noch optimistisch, dass es eine positive Einigung außerhalb des Bürgerbegehrens geben wird. Wenn die Badewonne den Bach runter geht, „würde das die Gemeinde spalten“, glaubt er. „Das Bürgerbegehren soll nicht zum Wahlkampf werden.“

Während die politische Entscheidung und die Durchführung des Bürgerbegehrens zur Sanierung des Bades noch offen sind, steht für die Frühaufsteher eines fest: Ohne den morgendlichen Schwimmkreis würde ein echtes Loch im Alltag der Senioren aufreißen.

Willi Bartels (83) kennt noch die ganz unbeschwerten Zeiten des Bades. Er gehört zu denjenigen, die den Bau des Bades – damals als Lehrschwimmhalle – mitinitiiert haben. „Die Idee ist an der Theke geboren“, in der Kneipe gegenüber der heutigen Wonne, erinnert er sich.

Damals hätte die Gemeinde Nordsehl so viel Geld übrig gehabt, dass dieses Projekt gar kein Problem gewesen sei. Seit mehr als 40 Jahren schwimmt er jetzt in Nordsehl. Während das Bad früher für die Kinder errichtet wurde, „profitieren heute auch wir Alten davon“, meint er. kil

Beermann besucht Bad

CDU-Bundestagsabgeordneter gibt Tipps für das Bürgerbegehren

Der Bundestagsabgeordnete Maik Beermann (CDU) hat der Badewonne einen Besuch abgestattet und den Initiatoren des Bürgerbegehrens einige Tipps gegeben. Er sei beeindruckt gewesen von der großen Auslastung des „beschaulichen Bades“, heißt es von den Initiatoren. Gestaunt habe er auch über den „relativ geringen Zuschussbedarf“ von 70 000 Euro im Jahr. Für das Bad in der Gemeinde Steimbke, Beermanns Wohnort, falle ein doppelt bis dreifach so hoher Bedarf an.

Der CDU-Politiker zeigte auch Interesse am Bürgerbegehren. „Viele Menschen können es nicht mehr abwarten, endlich mit der Sammlung der Unterschriften für das Verfahren zu beginnen“, heißt es von den Unterstützern des Bads. Beermann habe für Verständnis geworben, dass die Kommune bei diesem Vorgang sorgfältig arbeiten möchte. Außerdem gab er Ratschläge, wie die Bevölkerung über Facebook und andere Medien besser zur Badewonne und zum Begehren informiert werden könnten.

Das Ziel, beim Bürgerbegehren mindestens 25 Prozent der Wahlberechtigten an die Wahlurnen zu holen, sehe er als Herausforderung, aber durchaus chancenreich.   kil

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