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Was bleibt übrig für Nordsehl?

Steuereinnahmen Was bleibt übrig für Nordsehl?

Bei den vergangenen Haushaltsberatungen hat sich der Nordsehler Rat noch einmal gegen eine Erhöhung der Grund- und Gewerbesteuer entschieden. Der Etat ließ sich gerade noch ausgleichen. 2018 werden die Bürger aber wohl nicht mehr drum herumkommen, weil dann die Samtgemeindeumlage erhöht werde.

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NORDSEHL.  „Die Samtgemeindeumlage wird 2018 in jedem Fall erhöht“, gab Bürgermeister Adolf Deterding (CDU) zu bedenken. Um als 730-Einwohner-Gemeinde handlungsfähig zu bleiben, habe Nordsehl kaum eine Wahl. Die Ratsmitglieder denken daher über eine Erhöhung der Hebesätze von 310 auf 350 oder 360 Prozentpunkte nach. Ein Beschluss wird aber erst bei den Haushaltsberatungen gefasst.

 Um zu erfahren, wie viel Geld von welchen Steuern nach Abzug der Umlagen tatsächlich noch bei der Gemeinde bleibt und wie sich die Höhe der einzelnen Umlagen berechnet, hatte das Gremium die Kämmerin der Samtgemeinde, Aileen Borschke, eingeladen. Sie gab Auskunft über die finanziellen Zu- und Abflüsse.

Deutlich unter Landesdurchschnitt

 Dabei wurde klar, dass die deutlich unter dem Landesdurchschnitt liegenden Hebesätze Nordsehls dazu führen, dass die Gemeinde 2016 fast 9000 Euro Umlagen auf Steuern gezahlt hat, die sie gar nicht eingenommen hat. Denn die Umlagen bemessen sich nach der tatsächlichen Steuermesskraft, unabhängig von den bestehenden Hebesätzen. Borschke: „Je höher der Hebesatz, desto mehr bleibt auch bei der Kommune.“

 Die Steuererträge der Gemeinde Nordsehl im Jahr 2016 teilen sich auf in einen Anteil an der Einkommenssteuer (311.488 Euro), der Umsatzsteuer (4134 Euro), der Grundsteuer A (14.080 Euro), der Grundsteuer B (48.770 Euro), der Gewerbesteuer (50.170 Euro) und der Hundesteuer (2000 Euro). Zusammen ergibt das 430.642 Euro. „Klingt erst mal viel“, sagte Borschke. Aber davon muss Nordsehl rund 359.000 Euro wieder abgeben, sodass nur etwa 70.000 Euro übrig bleiben.

Ein Stück vom Kuchen

Schuld sind die Umlagen, die alle Steuern, bis auf die Hundesteuer, betreffen. Denn Bund, Land, Kreis und Samtgemeinde wollen dabei auch „ein Stück vom Kuchen“ abbekommen, so Borschke. 2016 hat Nordsehl 193.924 Euro Kreisumlage, 154.896 Euro Samtgemeindeumlage und 11.064 Euro Gewerbesteuerumlage an Samtgemeinde, Kreis und Land abgeben müssen.

 Bei der Berechnung der Kreisumlagen wird die Steuerkraftmesszahl zugrunde gelegt. Die Samtgemeindeumlage basiert zudem noch zur Hälfte auf der Einwohnerzahl.

 Berechnet werden die Umlagen unabhängig von den Hebesätzen. Stattdessen wird die tatsächliche Steuermesskraft mit einem durchschnittlichen Steuerhebesatz multipliziert, der bei der Grundsteuer A bei 338, Grundsteuer B 357 und Gewerbesteuer 346 Prozent liegt.

Im Zugzwang

 Sollte Nordsehl die Hebesätze nun auf 350 Prozent erhöhen, rechnete Borschke vor, macht das beispielsweise bei einem bebauten Grundstück an der Landstraße eine Mehrbelastung von 40 Euro im Jahr aus. Da viele übrige Kommunen schon im vergangenen Jahr ihre Steuern angehoben haben, sieht sich nun auch Nordsehl im Zugzwang. kil

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