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Pollhagen Das erste Damenrott gab es in Pollhagen
Schaumburg Niedernwöhren Pollhagen Das erste Damenrott gab es in Pollhagen
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15:21 10.08.2011
Im Rosenrott sind Männer Mangelware. Dennoch oder gerade deshalb wird dort besonders ausgelassen getanzt werden. © gus

Pollhagen (gus). Seinerzeit noch aus Freude über eine gute Ernte. Dies änderte sich nach der Währungsreform im Jahr 1948, als die Ernte für zahlreiche Bürger ihre Bedeutung verlor, wie es in der Chronik des Jubiläumsfestes heißt.

Und weiter: „Das dörfliche Leben wurde jetzt stärker von Vereinen geprägt. Vereinsjubiläen, Schützenfeste, Sportwochen und Feuerwehrfeste verdrängten das bisher traditionelle Erntefest. Das finanzielle Risiko, solche Feste zu veranstalten, wurde schließlich so groß, dass die Pollhäger Vereine unter der Führung von Friedrich Wischhöfer Ende 1960 beschlossen, ab 1961 ein gemeinschaftliches Volksfest zu feiern.“

In der Pionierzeit unterschied sich das Fest deutlich von dem heutiger Machart. Sonnabends wurden beispielsweise Fußballspiele ausgetragen. Abends stieg der große Festball. Auch das Rottleben wurde Pollhagen erst im Jahr 1970 eingehaucht. Zunächst existierten das Ellernrott, das Kuckucksrott und das Rott Waldeslust. 1977 kam mit dem Rosenrott das erste Damenrott im Schaumburger Land hinzu.

Mit den Rotts wurden dem Fest sonnabendnachmittags die Rottfeiern hinzugefügt. Die jeweiligen Rottmeister luden zu sich nach Hause ein, wo bei Musik gefeiert wurde, bis ein Spielmannszug die Rotts zum Festlokal, später zum Festzelt, das seit 1997 am Sportplatz steht, geleitete.

Der Erfolg der Rottfeiern führte dazu, dass der Festball verwaiste. Also wurden die Rottfeten auf den Freitag vorverlegt - der dritte Volksfesttag war geboren. In der Folge war sonnabends Zeit für ein Familienfest mit Kinderspielen und Kaffeetrinken. Seit 2007 gibt es auch ein Bouleturnier, an dem mehr als 30 Mannschaften teilnehmen.

Im Jahr 2006 verschwand zudem der Festball von der Bildfläche, stattdessen wurde sonnabends zur Disconacht mit Discjockey eingeladen. Der Erfolg gibt den Organisatoren rückblickend Recht: Das Zelt droht nun an den Sonnabendabenden aus den Nähten zu platzen.

Unverändert ist noch immer sonnabends der Schützenausmarsch verankert. Die Majestäten werden ebenfalls wie in der Anfangszeit noch vor dem eigentlichen Fest ermittelt. Hatte es sonntags in den sechziger Jahren noch ein weiteres Schießen gegeben, so ist von diesem Brauch heute nichts mehr übrig. Stattdessen ist Katerfrühstück mit vorherigem Zeltgottesdienst angesagt.