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Landwirt schlägt Pony mit Schaufelstiel

Anklage wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz Landwirt schlägt Pony mit Schaufelstiel

Roh und gefühllos soll ein 51-Jähriger aus dem Landkreis Nienburg ein Pony behandelt haben, das in Pollhagen nicht auf den Anhänger des Landwirts wollte. Vor dem Stadthäger Amtsgericht muss sich der Mann zurzeit wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz verantworten. Das Urteil steht noch aus.

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Pollhagen/Stadthagen. Der Landwirt wollte das Tier, eine zweieinhalb Jahre alte Fuchsstute, an jenem 24. November 2013 in Pollhagen abholen. Doch das Pony sträubte sich.

 Staatsanwalt Nils-Holger Dreißig wirft dem Angeklagten vor, mit einem Schaufelstiel etwa zehn Minuten lang auf das Hinterteil des Pferdes eingeschlagen zu haben, bis der Stiel zerbrach.

 Als zwei Zeuginnen ihn aufgefordert hätten, damit aufzuhören, soll er nach Angaben von einer der Frauen grinsend geantwortet haben: „Bisher haben wir noch jedes Pferd auf den Anhänger gekriegt. Und dieses Pferd kommt sowieso zum Schlachter.“

 Die andere Frau hatte das Tier zuvor von dem Landwirt bekommen, wollte es aber zurückgeben. Grund: Das Pferd soll sich „total verändert“ haben. Ob das Pony geschlachtet worden ist, blieb vor Gericht zunächst offen. Vermutlich weiß dies der Angeklagte, doch der 51-Jährige macht von seinem Recht Gebrauch, die Aussage zu verweigern.

 Gesichert war das Pony laut Anklage „mit einer stark zugezogenen Schlinge um den Hals“. Dennoch soll es seitlich von der Rampe gesprungen sein.

 Nach Angaben einer Zeugin hätten der Mann und eine Begleiterin „mit einem Stock auf den Hintern des Pferdes gehauen“, bevor die „Schläge immer heftiger“ geworden seien. „Man konnte die Panik dieses Tieres an den weit aufgerissenen Augen sehen“, erinnert sich die Frau, eine 36-Jährige aus Ahnsen. „Der Mann hat ununterbrochen auf das Tier eingehauen.“

 Als der Stiel zerbrochen sei, habe er mit einem Ende weitergeschlagen. In seiner Not soll das Pony mit den Hufen ausgetreten haben. „Das Tier weiß sich in solch einer Situation nicht anders zu helfen“, erklärt der Schaumburger Amtstierarzt Ulf Güber – vorausgesetzt, es ist so passiert. Um einen Stiel aus Eschenholz zum Brechen zu bringen, sei jedenfalls „erhebliche Krafteinwirkung nötig“.

 Experten wie Güber halten nichts davon, Pferde mit Gewalt auf einen Anhänger zu treiben. Wie es richtig geht, erklärte er im Prozess, nämlich „mit Ruhe und Zuwendung“, so der Kreisveterinär. Eventuell könne man eine Longe vor die Hinterhand des Pferdes spannen. „Oder man kann die Laderampe mit Stroh abdecken“, wie Güber weiter erläuterte. Einen Schaufelstiel zu benutzen, sei dagegen „absolut unüblich“.

 Auf Antrag von Verteidiger Bernd Brüntrup wird das Gericht noch zwei weitere Zeuginnen hören, darunter die Frau, die das Pony von dem Landwirt bekommen und in Pollhagen untergestellt hatte. Abgelehnt hat Richter Kai Oliver Stumpe dagegen einen anderen Antrag Brüntrups: Ein Gutachter sollte bestätigen, dass die Schläge zu sichtbaren Verletzungen hätten führen müssen. Der Prozess wird fortgesetzt. ly

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