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„Ostpoesie“ zum Geburtstage: „Schräge“ Töne in der Kirche

Pollhagen / Alschers Kaffeestube „Ostpoesie“ zum Geburtstage: „Schräge“ Töne in der Kirche

Ein musikalisches Kontrastprogramm zum konventionellen Kirchentreiben hat das Berliner Duo mit ihrem Programm „Ostpoesie light“ am Sonntag in der Pollhäger Kirche geboten.

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„Ostpoesie light“: Suse Jank und Clemens Süssenbach spielen deutschsprachige Lieder aus der ehemaligen DDR.

Pollhagen (kil). Anlass dazu bot das zehnjährige Bestehen von „Alschers kaffeestube“ in Pollhagen, das in einem ungewohnten Rahmen und mit spritziger Jazzmusik gefeiert wurde.

Statt zu Kuchen und Torten in der kleinen Stube, lud Café-Besitzer Gerhard Alscher seine Gäste zu einem kostenlosen Jazzkonzert in die etwa drei Häuser weiter gelegene Kirche ein. „Das ist einfach witterungsabhängiger“, erklärte der Besitzer seine Überlegung.

Auf der „Bühne“ standen Sängerin Suse Jank und Pianist Clemens Süssenbach aus Berlin. Mit Jazzklängen, souliger Stimme und zum Teil „schrägen“ Texten füllten sie das Kirchenschiff mit deutschsprachigen Songs aus der ehemaligen DDR.

Dabei bot sich ein für die Kirche eher seltener Anblick. Mit Getränken versorgt saßen die Gäste in den Bänken und lauschten ausgelassen dem Konzert. „Prost“, rief die Sängerin zum Einstieg und begann sogleich mit einem passenden Stück von Angelika Mann – einem Lied über den Alkohol: „Das Schampuslied.“ „Versuch es doch mal mit Champagner. Der hebt die Stimmung ganz enorm“, schallte es durch die Reihen. Es folgten weitere Lieder von Sängern und Autoren aus der ehemaligen DDR. Mit starkem Ausdruck und immer auch einem Hauch von bittersüßer Ironie inszenierten sie Texte von Veronika Fischer über Matthias Sachau bis hin zu Liedern „von der frechen Göre Nina Hagen“, wie Janke ankündigte.

Ein bisschen schrill und schräg, aber trotzdem gefühlvoll brachten sie Leben in die Kirche. „Die Erde ist bunt, Glückswürfel sind eckig, Mädchen sind bunt und Schweine sind dreckig“ – ganz so einfach stehe es mit Leben und Liebe dann doch nicht. Auch, wenn ihre Texte auf den ersten Blick manchmal sinnfrei und einfach erschienen, schlich sich doch so manches Mal eine moralische Botschaft mit ein. „Drum pfeif auf die Norm und sei Sand im Getriebe“, „Paradiesvögel fängt man nicht ein“ und „Ce la vie – Die Antwort findest du nie“.

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