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Windpark schmeckt Nordsehlern nicht

Nordsehl / Windpark Windpark schmeckt Nordsehlern nicht

In der Gemeinde Nordsehl macht das Gerücht die Runde, dass dort ein Windpark entstehen soll. Auf Anfrage dieser Zeitung bestätigte Bürgermeisterin Hanna Mensching-Buhr eine Investoren-Anfrage, allerdings sei noch nichts spruchreif.

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Mit einem Plakat machen die Windkraftgegner in Nordsehl auf das aufmerksam, was möglicherweise bald kommt.

Quelle: Foto: gus

Nordsehl (gus). Dies hatte sich für einige Nordsehler ganz anders dargestellt. Ein Landwirt habe einer Einwohnerin gegenüber behauptet, es sei bereits abgemachte Sache, dass in der Feldmark zwischen Nordsehl und Niedernwöhren sowie zwischen Kreisstraße 28 und Mittellandkanal acht Windräder gebaut werden. Sozusagen direkt vor dem Grundstück der Betroffenen.

Diese befürchten nun einen Verlust von Lebensqualität und einen Wertverfall ihres Hab und Guts. Plötzlich auf ein bis zu 150 Meter hohes Windrad zu gucken, das habe sie sich nicht ausgemalt, als sie vor Kurzem nach Nordsehl zog, betont eine der Betroffenen. Darüber hinaus ärgert sie sich, dass sie über derartige Vorhaben nicht von der Gemeinde informiert wird.

Außerdem sei das Gebiet aus Naturschutzgründen nicht geeignet, erklärt die betroffene Nordsehlerin. Eine weitere Gegnerin des möglichen Windparks verweist auf das Vorkommen seltener Vögel wie dem Roten Milan. Außerdem diene das Areal dem Wild quasi als Ziehstube für den Nachwuchs. Die umfangreichen Arbeiten, die für das Bauen von Windrädern nötig wären, würden diesen Lebensraum stark beeinträchtigen.

Mensching-Buhr beschwichtigt, dass noch längst nichts beschlossen ist. Es gebe die Anfrage eines Investoren, mehr nicht. Darüber werde erst noch im Rat diskutiert.

Samtgemeindebürgermeister Fritz Anke erklärt, dass es derzeit zahlreiche Anfragen von Unternehmen gibt, die in der Samtgemeinde Windkraftanlagen errichten möchten. Die Gemeinderäte Lauenhagen, Pollhagen und Wiedensahl haben solche Anfragen bereits negativ beantwortet. In Nordsehl, so Anke, sei man da scheinbar aufgeschlossener. Fünf Windräder sollen seines Wissens zwischen Nordsehl und Niedernwöhren errichtet werden.

Doch allein kann der Nordsehler Rat ohnehin nicht darüber entscheiden. Denn das Zielgebiet ist laut Anke nicht als Vorrangfläche für Windkraftanlagen im Flächennutzungsplan der Gemeinde eingetragen. Solche Gebiete gebe es nur bei Volksdorf und bei Wiedensahl. Einer Änderung im Flächennutzungsplan müsse auch der Samtgemeinderat zustimmen. Und die Bürger müssten nach dem Dafürhalten Ankes informiert werden.

Abwegig ist es aber nicht, dass weitere Vorrangflächen in den Flächennutzungsplan eingetragen werden. Anke weiß von kommenden Neuerungen am niedersächsischen Landesraumordnungsprogramm. Der Städte- und Gemeindebund sei darüber informiert, dass es als ein Resultat der Energiewende geplant sei, das Ausweisen solcher Vorranggebiete zu erleichtern.

Die betroffenen Nordsehler sind nicht grundsätzlich gegen Windenergie. Aber direkt vor der Nase wollen sie keine gigantischen Windräder haben.

Fragen an den Ersten Kreisrat Klaus Heimann

Herr Heimann, welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit ein Windpark entstehen kann?
Es muss zuerst geklärt werden, ob der vorgesehene Standort in einer sogenannten Vorrangfläche für Windkraftanlagen liegt. Diese Flächen sind im Flächennutzungsplan festgelegt. Nur dort dürfen Windräder gebaut werden, wenn der Flächennutzungsplan das so vorsieht, indem er Konzentrationsflächen mit einer Ausschlusswirkung für andere Flächen ausweist.
Angenommen, diese Bedingung ist erfüllt, wie müsste ein Investor dann vorgehen, um seinen Plan zu verwirklichen?
Er muss eine Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz beantragen, diese schließt die Baugenehmigung mit ein. Die betroffene Gemeinde wird beteiligt. Die Genehmigung erteilt der Landkreis.

Und wenn der geplante Standort nicht in einem Vorranggebiet liegt?
Dann ist es komplizierter. Dann muss der Flächennutzungsplan auf Ebene der Samt-gemeinde geändert werden. In diesem Verfahren werden auch die sogenannten Träger öffentlicher Belange wie die Untere Naturschutzbehörde und die Bundeswehr einbezogen. Wenn dann keine Einwände vorliegen, kann eine solche Änderung des Flächennutzungsplanes erfolgen.

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