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Samtgemeinde Niedernwöhren Ausschuss will Ausbau zweier Schulen
Schaumburg Niedernwöhren Samtgemeinde Niedernwöhren Ausschuss will Ausbau zweier Schulen
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17:30 05.12.2018
Unklare Zukunft: Die Meerbecker Außenstelle soll nur noch solange bestehen bleiben, bis die Schülerzahl soweit sinkt, dass alle Kinder Platz in Niedernwöhren finden können. Quelle: kil
Samtgemeinde Niedernwöhren

Die Meerbecker Außenstelle der Grundschule Niedernwöhren soll so lange weiterbetrieben werden, wie es die Zahl der Schüler erlaubt. Mit dieser Empfehlung des Ausschusses wird sich – voraussichtlich im Frühjahr – der Samtgemeindeausschuss befassen, das letzte Wort hat dann – wohl im Sommer – der Samtgemeinderat.

Mit der Schließung von Schulen tun sich Kommunalpolitiker besonders schwer. Dies wurde auch im Schulausschuss deutlich. Für zusätzliche Brisanz sorgte eine Mail des Meerbecker Kollegiums, die am Vorabend der Sitzung um 21.54 Uhr in der Verwaltung eingegangen war. Darin warben die Meerbecker eindringlich dafür, den Standort zu erhalten.

Mit heißer Nadel gestrickt

Wie viel Druck auf dem Kessel ist, zeigte vor allem der Beginn der Diskussion. In zahlreichen Wortmeldungen wurde angeregt, die Entscheidung zu vertagen. Der Beschlussvorschlag der Verwaltung sei „mit heißer Nadel gestrickt“, hieß es, die vorgelegten Zahlen seien „unkonkret“, für einen Beschluss gebe es „keine Notwendigkeit“, man müsse nochmal „gründlich nachdenken“, vielleicht solle man eine Arbeitsgruppe gründen? Samtgemeindebürgermeister Marc Busse drängte den Ausschuss dann jedoch mit deutlichen Worten, eine Empfehlung für den Rat auszusprechen.

245 Grundschüler

Laut Schulkonzept, das auf den Zahlen des Schuljahres 2016/2017 beruht, besuchen insgesamt 245 Jungen und Mädchen die drei Grundschulen. Niedernwöhren und Lauenhagen zählen jeweils 89 Schüler, die Meerbecker Außenstelle besuchen 67 Grundschüler. Seit dem Schuljahr 2006/2007 hat es einen Rückgang von 44 Prozent gegeben; damals gab es noch 436 Grundschüler in der Samtgemeinde. Die stärksten Verluste hat Lauenhagen zu verbuchen mit 94 Schülern weniger, gefolgt von Niedernwöhren (-76 Schüler) und Meerbeck (-21 Schüler). kil

„Wir sind gefordert“, sagte er, der Zeitdruck werde größer, sich zu entscheiden: „Wie wollen wir bauen?“ Er sei „strikt dagegen“, das Thema „auf die lange Bank zu schieben“, meinte der Samtgemeindebürgermeister, die Fraktionen hätten schließlich „soooo viel Zeit gehabt, sich mit dem Thema zu beschäftigen“. Mit dieser Bemerkung spielte Busse darauf an, dass ein Gutachten zur Umgestaltung der Grundschul-Landschaft in der Samtgemeinde der Politik seit Ende November 2017 – also seit mehr als einem Jahr – vorliegt. Erstellt hat das Gutachten die Niedersächsische Landgesellschaft (NLG).

Trend geht zum Ganztag

Zur Vorgeschichte: Auch in der Samtgemeinde Niedernwöhren führt der demografische Wandel dazu, dass Schulstandorte zu wackeln beginnen. Drei Entwicklungen sorgen dafür, dass jetzt grundlegende Entscheidungen gefordert sind. Die Gesetze zur Inklusion benachteiligter und behinderter Kinder machen es nötig, neu über die bauliche Situation in den Schulen nachzudenken. Dasselbe gilt für den Trend zur Ganztagsschule, der auch in der Samtgemeinde Niedernwöhren an Bedeutung gewinnen könnte.

Überhaupt wird Grundschule heute anders gestaltet als noch vor einigen Jahren; benötigt werden Gruppenräume und sogenannte Differenzierungsräume, in denen die Fähigkeiten der Kinder gezielt gestärkt werden. Und über allem schwebt das Argument, dass die Samtgemeinde Niedernwöhren nicht auf Rosen gebettet ist. Sie muss so wirtschaftlich wie möglich handeln – auch bei den Grundschulen.

Finanziell und pädagogisch nicht mehr sinnvoll

Im Gutachten der Niedersächsischen Landgesellschaft findet sich die Variante, die der Schulausschuss jetzt favorisierte. Vereinfacht gesagt beinhaltet sie den Ausbau der Grundschulen in Niedernwöhren und Lauenhagen auf die Anforderungen, die heute an eine Grundschule gestellt werden.

Die Außenstelle Meerbeck wird so lange betrieben, bis die Schülerzahlen so weit gesunken sind, dass das Niedernwöhrener Haupthaus die Kinder der Außenstelle Meerbeck aufnehmen kann. Die Grundschule Meerbeck habe „seit jeher die geringsten Schülerzahlen und nur geringe Ausbaupotentiale“, heißt es in dem Gutachten der Landgesellschaft. Die NLG prognostiziert, dass sich der Betrieb in Meerbeck „zwischen 2022 und 2025 finanziell und pädagogisch als nicht mehr sinnvoll“ erwiesen könnte. In dieser Frage sitzt der Samtgemeinde auch die Landesschulbehörde im Nacken.

Die Gutachter der Landgesellschaft gehen in ihrem Gutachten noch weiter. Langfristig, so schreiben sie, stehe „die Entscheidung an, nur noch einen Grundschul-Standort“ vorzuhalten. „Frühestens ab 2025, spätestens ab 2030“ müsse sich die Politik mit dieser Frage beschäftigen, heißt es in dem NLG-Gutachten. ab