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Badewonne: SPD fordert Fakten statt Emotionen

Samtgemeinde Niedernwöhren Badewonne: SPD fordert Fakten statt Emotionen

Weg von der emotionalen Ebene und hin zu rationalen Argumenten – das möchte die SPD für die weitere Diskussion um die Nordsehler Badewonne erreichen.

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Die Badewonne ist vor mehr als 45 Jahren errichtet worden.

Quelle: kil

Samtgemeinde Niedernwöhren. Obwohl der Bauch Ja zum Hallenbad sage, führten die Fakten zu einem anderen Ergebnis. Das war unterm Strich das Fazit, das rund 17 Parteimitglieder bei einer samtgemeindeweiten SPD-Versammlung gezogen haben. Der Niedernwöhrener Ortsverein hatte dies angeregt, um alle Mitglieder auf den aktuellen Sachstand zur Badewonne zu bringen. Denn viele hätten mittlerweile den Überblick verloren, erklärte Stefan Bulmahn, Vorsitzender des Ortsvereins, zu Beginn. Innerhalb der SPD hatte sich bereits vor einiger Zeit ein Arbeitskreis zum Thema Hallenbad gebildet. Einige Ergebnisse stellte Bulmahn bei der Versammlung vor. Im Fokus stand dabei die finanzielle Misere der Samtgemeinde mit einem Haushaltsdefizit von 275000 Euro und das mit der Badewonne verbundene Risiko.

 „Und die wirtschaftliche Lage wird doch nicht besser“, mahnte Ralf-Uwe Seeger an, während Dieter Weihmann erläuterte: Sollte die Samtgemeinde in den Folgejahren ein Haushaltssicherungskonzept aufstellen müssen, würden zuerst die freiwilligen Leistungen gestrichen – und mit jährlich rund 7000 Euro Zuschuss bilde die Badewonne hier den größten Posten. Im schlimmsten Fall müsse das dann frisch sanierte Bad wieder geschlossen werden, aber der Kredit in Millionenhöhe liefe weiter. Thomas Bachmann: „Dann können wir 30 Jahre für eine Bauruine zahlen.“ Weihmann sprach von „einem Fass ohne Boden“ und Seeger von einer „Spirale, die geht ins Bodenlose“. Er könne nicht begreifen, „wie man als normaldenkender Mensch überhaupt noch darüber nachdenken kann“.

Wer schließlich darunter leiden würde, wären die Bürger, so der Konsens. Denn um handlungsfähig zu bleiben, müsste die Samtgemeindeumlage erhöht werden, was wiederum steigende Steuern für die Einwohner bedeutet. Darum sei es den Sozialdemokraten wichtig, „die Bürger aufzuklären“, betonte auch Roman Stadie. Mit Blick auf das geplante Bürgerbegehren sagte er: „Wir kriegen die Bürger nur an die Urne, wenn wir über Geld sprechen.“ Ziel der SPD sollte es nun sein, den Leuten die sachlichen Zusammenhänge zu erklären, damit möglichst viele zur Wahl gehen, wenn es zu einem Begehren kommt.

Von allen Einwohnern der Samtgemeinde, sagte Bulmahn, nutzen 80 Prozent die Badewonne überhaupt nicht. Nach seiner Kenntnis seien auch die von den Hallenbad-Unterstützern vorgelegten Kosten für eine Sanierung zu optimistisch berechnet. Seinen Informationen nach ist die Badewonne in einem so desolaten Zustand, dass aus behördlicher Sicht der Weiterbetrieb unter hygienischen Aspekten nicht tragbar sei. Die bauliche Substanz sei fragwürdig, die technische Anlage komplett kaputt. Einige Architekten hätten sogar vor einer Sanierung gewarnt, weil man nicht wisse, welche Baustellen dort noch schlummerten. Auch Bachmann betrachtete die bisherigen Konzepte zur Sanierung kritisch. „Das sind keine Konzepte, weil sie ständig ans Geld angepasst wurden.“

Das Fazit der Versammlung: Die Summe der Risiken ist zu groß. Zum Ende hatte Stadie noch ein wenig Kritik für die eigene Partei übrig. Er könne verstehen, wenn Leute sagen: „Die Politik hat versagt.“ Die SPD habe ihre Entscheidungen nicht ausreichend nach Außen kommuniziert und erklärt. Das soll sich künftig ändern, waren sich die Anwesenden einig. kil

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