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Badewonne: Zukunft wieder ungewiss

Samtgemeinde Niedernwöhren Badewonne: Zukunft wieder ungewiss

Trotz Samtgemeindebürgermeister Marc Busses dreiseitigem Plädoyer für einen Ausbau der Nordsehler Badewonne unter Ägide einer Samtgemeinde-GmbH, ist der Verwaltungsvorschlag knapp durchgefallen.

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Quelle: rg/Archiv

Samtgemeinde Niedernwöhren. Bei der Ratssitzung am Mittwoch gelang es ihm nicht, SPD und WGN zu überzeugen. Nur CDU und Grüne sowie Busse selbst stimmten für das sogenannte Zwei-Bad-Modell. Da die SPD nicht vollzählig war und sich ein Genosse enthielt, gab es ein Patt von jeweils zehn Zustimmungen und Ablehnungen. Somit war der Vorschlag vom Tisch.

 Dabei hatten die Politiker ausdrücklich geäußert, froh zu sein, endlich zu einer Entscheidung kommen zu können. Diejenigen, die sich bei der Sitzung zu Wort meldeten, betonten, es sich nicht leicht gemacht zu haben. Sie standen zu ihrer Haltung, zeigten Gesicht und wollten keine geheime Abstimmung.

 Busse hatte in der vorbereiteten Erklärung noch einmal die „pessimistische“ und die „optimistische“ Finanzprognose gegenübergestellt und betont, dass gerade die freiwilligen Leistungen der Samtgemeinde die Kommune für Bürger erst lebenswert mache. Er erinnerte an die Hortbetreuung und den Ferienspaß, die der Samtgemeinde jedes Jahr einen Zuschuss von 50000 Euro Wert seien. Für 32 Hortkinder investiere die Samtgemeinde allein 40000 Euro per anno. „Warum sind uns dann die 1800 Gäste des Hallenbades, die größtenteils Einwohner der Samtgemeinde sind, nicht 47000 oder 75000 Euro wert?“, wollte der Samtgemeindebürgermeister wissen. Und das vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, bei dem die Hauptzielgruppe des Badebetriebs immer größer werde.

 Am Ende seines engagierten Eintretens bekam Busse starken Applaus von den Zuhörern, die den Ratssaal füllten. Doch die SPD sah das anders. Busses Meinung, die Finanzen der Mitgliedsgemeinden ließen eine weitere Erhöhung der Samtgemeindeumlage zu, widersprach Björn Rümpler, der den abwesenden Fraktionsvorsitzenden Gerd Wischhöfer vertrat.

 Um 100000 Euro sei die Samtgemeindeumlage dieses Jahr gestiegen, sagte Rümpler. Eine weitere Erhöhung würde bedeuten, „dass einzelnen Mitgliedsgemeinden Gelder für deren Aufgaben weggenommen werden und diese vor Ort zum Beispiel für Gemeindestraßensanierungen fehlen“. Der SPD sei bewusst, dass es nicht möglich sei, Gefühle, Verbundenheit und soziale Kontakte, die mit der Badewonne zusammenhängen, gegen Geld aufzuwerten, aber jeder müsse nach seiner Verantwortung als Vertreter der Bürger handeln. Aus Sicht der Mehrheit der SPD sei der vorgeschlagene Weg „lediglich eine Schlussfolgerung der Verwaltung“, der sie nicht folgen könne.

 Da zuvor auch der Antrag auf Schließung des Bades abgelehnt worden war, „läuft alles so weiter wie bisher“ sagte Busse, der für Donnerstag bereits einen Termin mit dem Förderverein der Badewonne vereinbart hatte. Wenn dieser bei seiner Kündigung bleibe, müsse die Samtgemeinde einspringen und das nötige Personal stellen. Außerdem könne es durchaus sein, dass das Gesundheitsamt den Betrieb untersage, da das Bad den Anforderungen nicht mehr genüge. Sanierungen würden dann Teil der Etatberatungen. „Im Moment ist Stillstand. Die Entwicklung müssen wir abwarten“, meint er. Busse sieht jetzt die Politik am Zug. „Wir haben unseren Auftrag erfüllt, sagt er für die Verwaltung, „jetzt ist es an der Zeit, dass die Politiker sich etwas ausdenken.“ bab

KOMMENTAR: Alles vergeblich? Von Kirsten Elschner

Man weiß nicht ganz: Soll man lachen oder weinen? Seit Monaten, sogar Jahren diskutieren Verwaltung, Förderverein und Politiker über die Zukunft der Badewonne. Große Lösung, kleine Lösung, Sanierung oder Schließung? Und jetzt stehen alle wieder ganz am Anfang.  Dabei waren die Erwartungen, das Thema endlich abzuschließen, auf allen Seiten so groß. Schließlich hatte die Projektgruppe schon seit Mai an einem Konzept gearbeitet. Stundenlange Sitzungen und Verhandlungen – „in dieser Zeit hätten wir auch Tagesschau gucken können“, kommentierte neulich ein CDU-Ratsherr aus Niedernwöhren die endlose Debatte. War jetzt alles vergeblich? Vielleicht.  Vielleicht war es aber auch nur richtig, dass Mittwoch keine Entscheidung gefallen ist. Auch, wenn es bitter ist. Aber das Patt von zehn Ja- und zehn Nein-Stimmen zeigt, dass es noch immer kein überzeugendes Konzept gibt. Und wenn Samtgemeindebürgermeister Marc Busse meint, nun müssten sich die Politiker etwas ausdenken, die Verwaltung habe ihren Auftrag erfüllt, macht er es sich zu einfach. Immerhin bestand die zuständige Projektgruppe nicht nur aus Verwaltungsmitgliedern, sondern auch aus Fraktionssprechern und Vertretern des Fördervereins. Schon vor der Samtgemeindebürgermeisterwahl hatten sich alle für den Erhalt des Bades starkgemacht. Es war aber auch von Anfang an klar: Ohne Investoren oder Partner wird das schwierig. Auch, dass ein Schwimmbad ein Zuschussgeschäft ist, war bekannt. Trotzdem konnten die Entscheidungsträger einfach keinen gemeinsamen Nenner finden. Spätestens bei den Haushaltsberatungen wird sich wohl endgültig zeigen, was den Politikern das Bad tatsächlich noch wert ist.

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