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Fundtiere: Kompromiss in Sicht

Tierschutzverein und Samtgemeinde verhandeln Fundtiere: Kompromiss in Sicht

Über die Definition von Fundtieren sind sich der Tierschutzverein und die Samtgemeinde Niedernwöhren noch immer nicht einig. Was die ausstehenden Zahlungen der Samtgemeinde betrifft, zeigen sich jetzt aber beide Parteien kompromissbereit.

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Sind eingefangene Tiere auch Fundtiere? In diesem Punkt scheiden sich die Geister.

Quelle: dpa

Samtgemeinde Niedernwöhren. Streitpunkt: Das Stadthäger Tierheim wartet noch auf Zahlungen für das Jahr 2014. 18 000 Euro wurden für die Aufnahme von Fundtieren berechnet. Verwaltungschef Marc Busse verweigerte die Zahlung mit der Begründung, nicht für Katzen zu zahlen, die bewusst eingefangen wurden. Nach seinen Angaben betreffe das allein 32 Vierbeiner und damit fast die Hälfte aller in Rechnung gestellten Tiere.

Die Vertreter des Tierschutzvereins reagierten mit Unverständnis, drohten sogar mit Vertragskündigung. Laut Gesetz muss die Kommune für die Unterbringung von Fundtieren aufkommen. Und zwar für maximal 30 Tage, wie vertraglich mit dem Tierschutzverein festgelegt ist.

Nach einigem Unmut auf beiden Seiten scheinen sich die Fronten nun langsam aufzuweichen. Es hat ein gemeinsames Gespräch gegeben, das die Tierheimleiterin Kerstin Kassner zwar enttäuscht habe, Schatzmeisterin Renate Reinnisch und Busse hingegen als harmonisch beschreiben. Der Samtgemeindechef glaubt an „eine friedliche Einigung“ und Reinnisch ist optimistisch, dass bald eine Lösung gefunden wird, mit der beide Seiten leben können.

Der Kompromiss könnte nach Angaben beider Parteien so aussehen: Die Samtgemeinde zahlt für diejenigen Katzen, die die Tierschützer in Wiehagen eingefangen haben, nicht den vollen Tagessatz, sondern nur einen Kastrationszuschuss. So könnten die Tiere an den Orten, wo eine Katzenplage droht, eingefangen, kastriert und wieder ausgesetzt werden, erklärt Busse.

Die Tierschützer betonen indes weiterhin, dass die Fallen am Gelände der Kompostierungsanlage in Wiehagen erforderlich gewesen seien, um eine „Katzenplage“ zu verhindern. Manche der dort herrenlos streunenden Tiere seien verwahrlost und auf medizinische Versorgung angewiesen, schildert Reinnisch. kil

Nicht zu wörtlich nehmen

Dass die Definition von Fundtieren oft umstritten ist, weiß Ulf Güber vom Kreisveterinäramt. Als Niedernwöhrener ist er mit der Situation in der Samtgemeinde vertraut. Das Gesetz liefert dafür keine eindeutigen Kriterien. Güber zufolge sind Fundtiere grundsätzlich herrenlose Geschöpfe. Ob ein Tier keinen Besitzer hat, sei aber nicht immer ganz eindeutig, sondern müsse im Einzelfall ermittelt werden.

Zu wörtlich dürfe man den Begriff Fundtiere auch nicht nehmen. Es müsse nicht zwangsläufig ein zufällig aufgefundenes Tier sein. Wenn Katzen durch Fallen angelockt werden und nachweislich kein Zuhause haben, handele es sich ebenfalls um Fundtiere.

Güber betont: Nicht jedes wild lebende Tier sollte dauerhaft im Tierheim leben oder in eine Wohnung vermittelt werden. Wenn man die Population kontrolliere, könne man sie auch an Ort und Stelle belassen, so wie an der Kompostierungsanlage am Kanal, wo es ausreichend Nahrung gibt. Daher mache es durchaus Sinn, Katzen einzufangen, zu kastrieren und wieder zurückzusetzen. kil

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