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Gasförderung sorgt für Diskussion

Pläne von Lauenhagen Gas Gasförderung sorgt für Diskussion

Die Firma Lauenhagen Gas aus Gelsenkirchen plant, in ehemaligen Schachtanlagen Rohstoffe aus Spalten, Ritzen und anderen Zwischenräumen zu fördern. Laut Unternehmen sei das Projekt weitgehend unbedenklich. Diese Meinung wird nicht überall in den beiden Samtgemeinden Niedernwöhren und Lindhorst geteilt.

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NIEDERNWÖHREN/LINDHORST. Zu denjenigen, die den Plänen kritisch gegenüberstehen, zählt die Umweltgruppe Wiedensahl. Der Initiative, die unter anderem mit ihrem Kampf gegen die Giftmülldeponie Münchehagen bekannt geworden ist, gehören zwölf Mitglieder an.

Ihre Unmutsäußerungen zielen nicht ausschließlich auf das Konzept selbst. Sprecher Meinhard Behrens meint: „Wir finden das Kommunikationsverhalten der Firma relativ merkwürdig.“

Es habe seitens der Gruppe mehrere Versuche gegeben, mit Lauenhagen Gas in Kontakt zu treten. Doch diese seien alle recht ergebnislos verlaufen. Behrens ärgert sich: „Wir wurden dabei immer auf die Internetseite hingewiesen. Dort würden all unsere Fragen beantwortet. Das war dann jedoch nicht der Fall.“

Um diese Unklarheiten aus dem Weg zu räumen, strebt die Gruppe eine offene Diskussion über das Thema an. Behrens informiert: „Wir wollen, dass diese Sache auf den Tisch kommt. Die Bürger sollen erfahren, was Stand der Dinge ist, wie die genauen Vorstellungen aussehen.“

Das Handeln der Firma, die nächstes Jahr zunächst einmal Probebohrungen absolvieren will, stellt Behrens dabei vor Rätsel: „Wenn ich schon teste, bin ich doch auch bestrebt, das Ganze danach fortzuführen.“

Und für jenen Fall sieht die Gruppe erhebliche Probleme verschiedener Art auf den Landkreis zukommen. „Es müsste etwa alle 2000 Meter ein Bohrturm aufgestellt werden. Dieses Vorgehen stellt in einer dicht besiedelten Gegend wie unserer eine große Schwierigkeit dar.“

Je höher, desto gefährlicher

Bedenklich findet Behrens darüber hinaus die verhältnismäßig geringe Tiefe, in der gefördert werden soll. Laut Unternehmen liegt diese bei ungefähr 500 Metern. Eine Kategorie, die in etwa den Tiefen des ehemaligen Bergbaus im Kreis Schaumburg entspricht. Exakt darin besteht für Behrens eine weitere Problematik.

Er meint: „In diesen Lagen werden Kohleflözgase vermutet, die abgebaut werden sollen. Normalerweise wird in Tiefen von 1000 bis 1400 Metern gearbeitet. Je höher ich gehe, desto gefährlicher ist es für die Umgebung.“

Die Vergangenheit habe gezeigt, dass Schäden, die damit in Verbindung stehen, schwerlich einem konkreten Verursacher zuzuordnen seien. Als ein Beispiel führt Behrens die Ortschaft Rotenburg/Wümme an: „Dort haben sich negative Folgen der Erdgasförderung sehr stark bemerkbar gemacht.

Kreis soll sich mit Problematik befassen

Die Streitigkeiten zwischen Industrie, Einwohnern sowie Ärzten dauern bis heute an.“ Der nun seit mehr als fünf Jahrzehnten brachliegende Bergbau könnte gleichfalls wieder eine Rolle spielen.

Behrens warnt: „Sollte es zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen bei Anwohnern kommen, wird es schwer sein, deren Gründe festzustellen, ob diese noch vom Bergbau stammen oder auf diese Erdgasförderung zurückzuführen sind.“
Darüber hinaus appelliert er auch an die Politiker im Kreis Schaumburg, fordert diese auf, sich mit dieser Problematik zu befassen.

Sollten die Versuche zu Beginn des nächsten Jahres erfolgreich sein, dürfte sich die weitere Entwicklung laut Behrens kaum noch aufhalten lassen: „Dann kann eine Förderung nicht gestoppt werden.“ ano

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