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Immer weniger Mediziner auf dem Land

Samtgemeinden / Fachärzte fehlen Immer weniger Mediziner auf dem Land

Besonders ältere Menschen, die häufiger den Arzt aufsuchen müssen, haben es in ländlichen Gebieten schwer. Sie sind für einen Arztbesuch oft auf öffentliche Verkehrsmittel oder Angebote wie Bürger- und Anrufbusse angewiesen und die Arztpraxen sind rar gesät.

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In der Samtgemeinde Nienstädt kommen Hausärzte an ihre Grenzen.

Quelle: tbh

Von Kirsten Elschner und Tina Bonfert

Samtgemeinden. Bis 2009 gab es fünf Allgemeinmediziner in der Samtgemeinde Nienstädt. Heute sind es nur noch drei bei rund 10 200 Einwohnern. „Das ist zu wenig“, sagt Samtgemeindebürgermeister Ditmar Köritz. Die Hausärzte kämen da an ihre Grenzen.

Bei der räumlichen Verteilung bestehe zudem ein Ungleichgewicht. Zwei Praxen sitzen in Helpsen und eine in der Gemeinde Nienstädt, wo allein 4600 Menschen wohnen – „das reicht nicht“, meint Köritz.
Prozentual wird auf 1671 Einwohner ein Arzt gerechnet. Das besagt der Beschluss von Juni 2013 auf Basis der neuen Bedarfsplanungs-Richtlinie zur Anordnung und Aufhebung von Zulassungsbeschränkungen. Für die Samtgemeinde bedeute das, dass auf jeden Fall noch ein weiterer Arzt eine Zulassung bekommen kann, erklärt Köritz. Nach den alten Berechnungen wurde der Bedarf landkreisweit berechnet, wobei die kleinen Gemeinden benachteiligt wurden. Nun erfolge die Bedarfsermittlung „kleinteiliger“, die Samtgemeinde Nienstädt etwa gehört dabei zu Stadthagen.

Immer mehr Praxen schließen

„Schlange stehen die Ärzte nicht“, aber die Samtgemeinde führe Gespräche mit der Kassenärztlichen Vereinigung und ist bereit, die Ansiedlung eines weiteren Arztes, so gut es geht zu unterstützen. „Die Rahmenbedingungen sind vorhanden“, sagt Köritz. Unter anderem hält die Samtgemeinde die ehemaligen Praxisräume in Sülbeck für einen potenziellen Nachnutzer frei und wäre bereit.
Außerdem hat die Samtgemeinde 2009 die Praxisräume Auf dem Bergkrug 4 erworben, nachdem die Praxis der Eheleute Trost ausgezogen war. Damit wollte man dauerhaft die Ansiedlung von Ärzten sicherstellen. Zunächst zog dort auch die Gemeinschaftspraxis von Peter Müller und Friedhelm Henze ein. Heute ist Henze allerdings in Stadthagen und Müller führt die Praxis alleine weiter.

Eine ähnliche Situation zeigt sich auch in der Samtgemeinde Niedernwöhren. Dort sind seit 2010 bei rund 8350 Einwohnern nur noch zwei Allgemeinmediziner tätig. Eine Praxis befindet sich in Niedernwöhren, die andere liegt in Wiedensahl. Bis vor drei Jahren gab es zusätzlich einen Arzt in Meerbeck. Weil besonders für ältere, weniger mobile Menschen, der Weg nach Wiedensahl zu lang sei, ist die Praxis in Niedernwöhren seitdem es nur noch zwei Allgemeinmediziner in der Samtgemeinde gibt meist überlaufen, wie Samtgemeindebürgermeister Marc Busse erklärt. Außer den Allgemeinmedizinern praktizieren in der Samtgemeinde zudem noch drei Zahnärzte.

Lindhorst „relativ gut aufgestellt“

Die Samtgemeinde Lindhorst ist mit zwei Gemeinschaftspraxen in Lindhorst und einem weiteren Allgemeinmediziner in Beckedorf nach Angaben von Samtgemeindebürgermeister Andreas Günther relativ gut aufgestellt. Zusätzlich sind in der Samtgemeinde eine Gynäkologin sowie drei Zahnärzte tätig. Es fehlen hingegen Fachärzte, sagt Günther. Dazu gehöre vor allem ein Augenarzt, da es bei den Augenärzten in der Umgebung sehr problematisch sei und lange dauere, bis man einen Termin bekommt. Von den rund 7800 Einwohnern seien jedoch gut 30 Prozent 60 Jahre und älter. Um eine möglichst breit gefächerte ärztliche Versorgung anbieten zu können, sei die Samtgemeinde daher bemüht weitere Ärzte anzusiedeln. Potenzial ist nach Meinung des Samtgemeindebürgermeisters gegeben.

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