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Samtgemeinde Niedernwöhren Interesse an Windrädern abgeflaut
Schaumburg Niedernwöhren Samtgemeinde Niedernwöhren Interesse an Windrädern abgeflaut
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18:15 10.01.2018
Samtgemeinde Niedernwöhren

Insgesamt hat die Samtgemeinde zwei Konzentrationszonen für Windenergie, das ist im Flächennutzungsplan (F-Plan) so festgelegt worden.  Neben dem rund 20 Hektar großen Gebiet in Volksdorf befindet sich eine weitere Konzentrationszone in Wiedensahl, nördlich der Gemeinde in Richtung Münchehagen. Diese besteht aus zwei aneinander angrenzenden Flächen. Zwei Windkraftanlagen drehen sich dort bereits und die Baugenehmigung für die dritte ist ebenfalls erteilt worden, erklärt Müller.

 Im Bebauungsplan der Gemeinde Wiedensahl ist eine Höhenbegrenzung von maximal 150 Metern über Normalnull festgelegt. Bei einer Geländehöhe von rund 50 Metern ergibt das eine Maximalhöhe von knapp 100 Metern. Die zwei vorhandenen Windräder weisen eine Höhe von 87 Metern auf.

Antrag für Bürgerwindpark zurückgezogen

Die Höhenbegrenzung für die Volksdorfer Fläche liegt bei 99,5 Metern über dem Grund. Die abgebauten Windräder sowie das umgestürzte Rad waren sogar nur etwas mehr als 60 Meter hoch. Aufgrund der Höhenbeschränkung, die vor allem dem Flugverkehr in diesem Bereich zuzuschreiben ist, würden die meisten Investoren schnell wieder das Interesse am Standort verlieren. „Das ist ihnen nicht wirtschaftlich genug“, erklärt Müller.

 In der Samtgemeinde habe es im Jahr 2016 vier Anfragen und 2017 nur zwei Anfragen von Investoren gegeben. Hinzu kommt die Anfrage einiger Schaumburger, die im Zeitraum 2015/2016 einen Bürgerwindpark bei Nordsehl errichten wollten. Geplant waren dort mindestens drei Windräder. Die Gesellschaft hatte sich schließlich wieder zurückgezogen.

Keine F-Plan-Änderung geplant

Die Politiker der Samtgemeinde waren nicht bereit, den Flächennutzungsplan entsprechend zu ändern, um im gewünschten Bereich eine neue Konzentrationszone auszuweisen. Auch dabei haben Flugbewegungen der Hubschrauber aus Achum eine Rolle gespielt, sagt Müller.

 Über die zwei Windenergie-Zonen hinaus gibt es noch ein einzelnes Windrad nördlich von Hülshagen. Da dieses vor dem Flächennutzungsplan 1998 gebaut wurde, hat es laut Müller Bestandsschutz. Weitere Bestrebungen, den F-Plan mit Blick auf Windenergie zu ändern, gebe es aktuell nicht in der Politik – zumal die Konzentrationszone in Volksdorf nun wieder frei ist, meint Müller. kil

 

Windrad stand vorher an der Küste

 Augenzeugen hatten berichtet, dass das umgekippte Windrad bei Volksdorf seit einigen Wochen stillgestanden habe. Formal sei die Anlage aber noch in Betrieb gewesen und galt nicht als stillgelegt, sagt Kreisbaudezernent Fritz Klebe auf Anfrage. Alle zwei Jahre müsse für jede Windkraftanlage ein Nachweis zur Standfestigkeit beim Landkreis beigebracht werden. Der Landkreis werde das ausstehende Gutachten noch anfordern. Unabhängig davon habe der Betreiber 2016 ein Statikgutachten für den Weiterbetrieb beigebracht. Darin wurde dem Windrad eine Lebensdauer bis 2030 bescheinigt.

Nach den dem Landkreis vorliegenden Informationen stammt die Anlage aus zweiter Hand. Wie Klebe erklärt, sei es aus dem Baujahr 1993 und habe zuvor an der Küste gestanden. 2005, nach einer Betriebsdauer von zwölf Jahren, sei es dann in Volksdorf aufgestellt worden. „Das sind ältere Anlagen, die nicht vergleichbar mit den heutigen sind“, sagt Klebe. Mehrere Sicherungssysteme des Volksdorfer Windrades hätten offensichtlich versagt. Laut Klebe ist die Eigentümergesellschaft verantwortlich für die Entsorgung der Schrottteile. Seit 2004 gebe es eine Rückbauverpflichtung für Eigentümer, die gleich in der Baugenehmigung festgehalten werde. bab

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