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Mann schlägt zu und findet es „normal“

Gericht verhängt ein Jahr mit Bewährung und Sozialstunden Mann schlägt zu und findet es „normal“

Wegen gefährlicher Körperverletzung hat das Amtsgericht in Stadthagen gegen einen 36-Jährigen eine Freiheitsstrafe von einem Jahr verhängt, ausgesetzt zur Bewährung. Außerdem muss er 100 Stunden gemeinnützig arbeiten. Im November 2015 waren Polizisten von einem Nachbarn des Mannes verständigt worden, nachdem dieser eine seiner zwei Ehefrauen verprügelt hatte.

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Quelle: dpa

Samtgemeinde Niedernwöhren / Stadthagen . Nach deutschem Recht ist allerdings nur eine der beiden Ehen gültig. Das Opfer war die in Deutschland nicht anerkannte Ehefrau, die deshalb offiziell als Lebensgefährtin gilt.

Als ihn eine Polizistin am Tatort zur Rede stellt, erklärt der 36-Jährige aus der Samtgemeinde Niedernwöhren frank und frei, es sei doch „normal, seine Frau zu schlagen“. Heute versichert der Asylbewerber: „Das wird sich niemals wiederholen. Ich weiß, dass es ein Fehler war.“

  Ob der Flüchtling dazugelernt hat und seine Beteuerungen ernst meint, muss sich zeigen. „Ich hoffe, dass Ihnen spätestens jetzt der Ernst der Sache klar ist“, sprach Richter Andreas Feldhaus den 36-Jährigen in der Urteilsverkündung direkt an.

 „Wenn Sie noch einmal auffällig werden, wird’s verdammt eng“, spielte Feldhaus auf „eine erschreckende Vielzahl von Verurteilungen“ an - vor allem „angesichts der Tatsache, dass der Angeklagte noch gar nicht so lange in Deutschland ist‘‘.

Zehn Einträge im Vorstrafenregister

Seit 2015 haben sich im Vorstrafenregister zehn Einträge angesammelt, überwiegend nach Verkehrsdelikten. Der Asylbewerber hat zwar einen Führerschein, darf damit jedoch in Deutschland nicht fahren. Wegen Körperverletzung ist er ebenfalls vorbestraft.

 In dem Fall von häuslicher Gewalt, um den es jetzt ging, hat der Mann seine Ehefrau besonders „erniedrigt, indem er mit dem Holzstiel eines Pömpels auf sie eingeschlagen hat“, so Staatsanwältin Karin Dubben. Pömpel sind Saugglocken, die zum Reinigen verstopfter Abflüsse benutzt werden.

Frau bleibt Aussage vor Gericht erspart

Auch sonst habe der Täter „massiv auf sie eingewirkt“. Er riss an den Haaren der Frau, stieß ihren Kopf gegen die Wand und trat die Verletzte noch, als sie bereits am Boden lag. Das Opfer erlitt diverse Hämatome. Bereits am Vormittag desselben Tages soll der 36-Jährige die Frau in einem Streit geschlagen haben, der sich daran entzündet hatte, dass sie einkaufen gehen wollte, er jedoch nicht.

 Hoch rechnete Richter Feldhaus dem Ausländer dessen Geständnis an - aus zwei Gründen: Erstens habe sich der Angeklagte mit dem auseinandergesetzt, was er getan habe. Zweitens sei der Frau dadurch eine Aussage vor Gericht erspart geblieben.

 Für Verteidiger Ralf Jordan ist der Fall seines Mandanten auch ein Beispiel für verfehlte Integrationspolitik. „Die Leute kommen her, werden irgendwo in die Botanik gesetzt, leben aber in ihrem eigenen Kulturkreis weiter“, erklärte Jordan im Plädoyer. Dem Angeklagten machte er klar: „Man kann kein Problem auf dieser Welt mit Gewalt lösen.“ ly

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