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Ohne Führungskräfte könnte bald „das Licht ausgehen“

Samtgemeinde Niedernwöhren / Feuerwehren Ohne Führungskräfte könnte bald „das Licht ausgehen“

„Ohne Jugendfeuerwehr schneidet man sich den eigenen Ast schon mal ab“, sagt Dieter Kappmeier, Samtgemeindebrandmeister in Niedernwöhren, mit Blick auf die so dringend notwendige Nachwuchsgewinnung für die Feuerwehren. Nach Meerbeck und Niedernwöhren steht nun auch das Konzept für die „Verschmelzung“ der Wehren Nordsehl und Pollhagen. Nordsehl als kleine Gemeinde mit kleiner Wehr und ohne Jugendfeuerwehr – da könnte sonst bald „das Licht ausgehen“, begründet Kappmeier die Fusion.

Samtgemeinde Niedernwöhren (kil). Das größte Problem liege aber gar nicht vordergründig darin, junge Leute zu finden. Die Übernahmerate von der Jugendwehr in die aktive Wehr beträgt nach Angaben von Samtgemeindejugendwart Wolfgang Abel fast hundert Prozent. Problem sei vielmehr, so Kappmeier, dass viele nach Ausbildung oder Studium wegziehen, weil es auf dem Land keine entsprechenden Arbeitsplätze gebe.
Momentan (Stand Ende 2011) verfügt die Samtgemeinde über 214 männliche und 31 weibliche Mitglieder. (2010: 242 Männer und 31 Frauen), aufgeteilt auf noch sieben Ortsfeuerwehren.

Die Versorgung sei gut, selbst dann, wenn eine der kleineren Ortswehren wegbreche. Mit Blick auf 129 Einsätze im Jahr 2011 sagt er: Wenn man sich vorstelle, diese Einsätze müssten nur von zwei Wehren erledigt werden, kämen auf jede Wehr etwa 60 bis 70 Einsätze im Jahr. Das hieße, dass jeder Feuerwehrmann etwa einmal wöchentlich ausrücken müsse – und das neben seinem Job. Das würde dann sicher noch den einen oder anderen zum Aussteigen bewegen.

Viel schwieriger, als einfach nur Mitglieder zu gewinnen, sei es heute, Führungskräfte zu finden, die sich auf die verbindliche Aufgabe einließen. Zum Beispiel bestehe Hülshagen derzeit noch auf Eigenständigkeit, aber wenn dort mal eine Führungsperson wegfalle – „wer weiß, wie lange das dann noch gut gehen würde?“, fragt Kappmeier. Auch die Wiedensahler Wehr habe Probleme. Noch sei der Brandschutz aber gesichert, und wie sich der demografische Wandel tatsächlich in den nächsten Jahren auswirke, sei noch nicht absehbar.

Eines der wichtigsten Rezepte gegen Nachwuchsmangel sind trotzdem die Kinderfeuerwehren, wie Abel deutlich macht. Überall, wo es in der Samtgemeinde eine Jugendfeuerwehr gibt, ist auch eine Kindergruppe gegründet worden. Die Mitgliederzahlen liegen bei 80 bis 90 Jugendlichen und 70 bis 80 Kindern.

Ein Problem bestehe darin, die Jugendlichen zu motivieren, „mal von ihren Rechnern wegzukommen“. Mit Blick auf eine Studie berichtet er zudem, dass Fähigkeiten, die man für die Feuerwehr benötigt, bei Zehn- bis 20-Jährigen nachließen, sodass es teilweise auch schwierig sei, Mitglieder zu finden, die fit und geschickt genug seien.

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