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Vermittler am Gartenzaun

Samtgemeinde Niedernwöhren Vermittler am Gartenzaun

Sie kommen dann zum Einsatz, wenn sich Nachbarschaftsstreitigkeiten nicht mehr ohne neutrale Instanz lösen lassen: Horst Deter (61) und Dietmar Fahlbusch (51) sind ehrenamtliche Schiedsmänner in der Samtgemeinde Niedernwöhren.

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Horst Deter (links) teilt seine Erfahrungen mit Dietmar Fahlbusch.

Quelle: kil

Samtgemeinde Niedernwöhren. Sie sind Vermittler, Schlichter und manchmal auch Puffer zwischen den zerstrittenen Parteien – immer mit dem Ziel, eine außergerichtliche Einigung zu erzielen. In vielen Fällen gelingt das, in anderen sind die Fronten so verhärtet, dass der Streit doch vor Gericht endet.

Der Pollhäger Horst Deter, der hauptamtlich Justizbeamter ist, ist seit zwei Jahren Schiedsmann. In dieser Zeit hat er vier Fälle abgeschlossen. Zwei davon gingen gut aus, in den anderen beiden gab es keine Einigung. Die Streitgründe seien meist zivilrechtlicher Natur. „Klassische Nachbarschaftsstreitigkeiten.“ Typischer Konflikt: Die Bäume des einen Nachbarn wachsen über die Grundstücksgrenze des anderen. Dieser fühlt sich dadurch belästigt, die Gegenseite sieht aber nicht ein, die Büsche zu schneiden.

So ein Schiedsverfahren ist allerdings kein lockeres Kaffeekränzchen. Es gibt klare Regeln, erklärt Deter. Das fängt mit der förmlichen Einladung an. „Wer ohne Entschuldigung beim Termin fehlt, muss mit einem Ordnungsgeld rechnen.“ Seine Forderungen muss der Antragsteller sehr konkret formulieren, denn sie sind am Ende des Gesprächs auch Gegenstand der Einigung, die von beiden Parteien unterzeichnet werden muss und vollstreckbar ist, erklärt der Schiedsmann. Wichtig: „Wir haben nichts zu entscheiden.“ Als Schiedsmann fungiere man lediglich als neutraler Vermittler. Ob es schließlich zur Einigung kommt, hängt ganz von den Parteien ab. Deter versuche stets, eine Diskussionskultur einzuführen – ohne Beleidigungen. Die Stimmung sei zu Beginn oft „verbissen“, am Ende können manche aber auch drüber lachen.

Zwei Landwirte, die sich über Ackergrenzen gestritten hatten, „die trinken jetzt wieder ein Bier zusammen“, erzählt Deter. In einem anderen Fall ging es um Hühnerhaltung. Der Nachbar fühlte sich durch Lärm und Dreck belästigt, bat aber lediglich darum, die Tiere in einem anderen Teil des Gartens unterzubringen. Aber der Antragsgegner stellte sich letztlich stur. Die Schlichtung platzte. In einem anderen Fall ging es um eine Dachrinne, die gesäubert werden sollte. Kleinigkeiten schaukeln sich häufig hoch, sodass kein normales Gespräch mehr möglich ist. Dann müssen die Schiedsmänner ran.

Der Niedernwöhrener Dietmar Fahlbusch freut sich auf die Herausforderung. Das für das Schiedsamt nötige Seminar hat er absolviert. Er arbeitet als Berufseinstiegsbegleiter und engagiert sich ehrenamtlich im Schulvorstand. Viele sagten dem 51-Jährigen nach, er strahle „Ruhe und Ausgeglichenheit“ aus – eine gute Voraussetzungen für den Job als Schlichter. kil

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