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Zu viele Häuser für Flüchtlinge gekauft?

Niedernwöhren hat noch Platz Zu viele Häuser für Flüchtlinge gekauft?

Fünf Häuser hat die Samtgemeinde Niedernwöhren für die Unterbringung von Flüchtlingen gekauft und an den Landkreis vermietet. Damit könnte die Kommune 117 Menschen unterbringen. Aktuell sind es allerdings nur 53, berichtet Samtgemeindechef Marc Busse.

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Der große Flüchtlingsstrom ist erst einmal vorbei.

Quelle: Symbolfoto dpa

NIEDERNWÖHREN/NIENSTÄDT/LINDHORST. Die große Flüchtlingswelle sei abgeebbt und ein komplettes Drei-Familien-Haus in Nordsehl stünde leer.

Darüber hinaus habe die Kommune noch drei Häuser in Niedernwöhren und eins in Pollhagen erworben. Letzteres sei allerdings noch nicht bezugsfertig, es werde gerade saniert. Die Bereitschaft der Bürger, dem Landkreis Wohnraum anzubieten, war in der Samtgemeinde eher mau. Um die geforderte Unterbringungs-Quote von 1,5 Prozent zu erfüllen, musste die Kommune daher selbst tätig werden. Ein Vorteil: Der Häuserkauf biete der Kommune sichere Mieteinnahmen, denn der Landkreis hat die Immobilien für einen Zeitraum von zehn Jahren angemietet – anders als bei den privaten Anbietern, bei denen der Landkreis schneller aus den Mietverträgen kommen kann.

Das finanzielle Risiko liegt also beim Landkreis, wobei Klaus Heimann, Sprecher des Landkreises, dies nicht als Problem ansieht. Das Haus in Nordsehl stehe bereits auf der Liste und solle „zeitnah belegt werden“, erklärt Heimann. Auch, wenn sich die Flüchtlingslage gerade entspannt habe, sei es gut, einen Puffer zu haben. Schließlich könne man nicht absehen, wie sich die Lage weiter entwickeln werde.

Dass der Landkreis zu viele Wohnungen angemietet hat, sei jedenfalls nicht der Fall. Es gebe immer noch große Gemeinschaftsunterkünfte wie in Rinteln und Nenndorf, in denen der Landkreis die Bewohnerzahlen gerne zurückfahren würde. „Das Ziel ist immer noch, die Menschen möglichst dezentral unterzubringen“, betont er. Auf diese Weise soll auch die Bildung von Brennpunkten verhindert werden.

Sollte es langfristig doch dazu kommen, dass die Zahl der Flüchtlinge stark zurückgeht, habe der Landkreis einen Plan B für die gemieteten Häuser der Kommunen. Es bestünde immer noch die Option, die Immobilien für den sozialen Wohnungsbau zu nutzen. Es sei also nicht davon auszugehen, dass der Landkreis über einen längeren Zeitraum Miete für leer stehende Häuser aufbringen muss.

Sehr vorausschauend hat die Samtgemeinde Lindhorst nach Angaben des Verwaltungschefs Andreas Günther die Flüchtlingsunterbringung angefasst. „Wir haben auf die Bürger gesetzt und kein einziges Haus selbst gekauft“ – mit dem Gedanken, dass die Flüchtlingskrise doch irgendwann vorüber gehen könnte. Die Bereitschaft der Bevölkerung, Wohnraum anzubieten, sei enorm gewesen – nicht zuletzt, weil die Samtgemeinde in der Bevölkerung kräftig dafür geworben habe, Wohnraum anzubieten. Mit Flyern, Infoveranstaltung und in den sozialen Netzwerken. Von den Wohnungen, die die Samtgemeinde für den Landkreis angemietet habe, stünde sicher auch mal die eine oder andere leer, meint Günther, es kämen aber auch regelmäßig wieder neue Flüchtlinge hinzu. Neuen Wohnraum mietet die Samtgemeinde allerdings nicht mehr an. Der Bestand reiche aus.

Kaum leer stehende Unterkünfte gibt es in der Samtgemeinde Nienstädt. Nach Angaben von Verwaltungschef Ditmar Köritz sind meist alle Häuser belegt, wenn auch nicht immer alle Wohnungen. Der Boom habe zwar deutlich nachgelassen, vor zwei Wochen sei aber noch einmal ein Schwung gekommen. 150 Flüchtlinge könnte die Samtgemeinde unterbringen, 120 sind momentan da. Bei Bedarf, sagt Köritz, könnte die Kommune den Wohnraum auch auf dem regulären Wohnungsmarkt anbieten. kil

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