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43.846 Gäste beim Abendmahl

Erkenntnisse aus Kirchenbüchern 43.846 Gäste beim Abendmahl

Zwischen 1639 und 1703 haben in der Wiedensahler Kirche insgesamt 43846 Menschen am Abendmahl teilgenommen. Außerdem gab es 1298 Taufen, aber nur 1230 Paten. 742 wurden konfirmiert, 324 Paare getraut. Das alles hat der ehemalige Wiedensahler Adolf Ronnenberg herausgefunden.

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Adolf Ronnenberg

Quelle: kil

WIEDENSAHL. Rund anderthalb Jahre lang hat sich der Regionalforscher mit den Kirchenbüchern über einen Zeitraum von 65 Jahren auseinandergesetzt und mehr als 1600 Seiten durchgearbeitet. Was er dabei herausgefunden hat und was die Zahlen, Daten und Namen aus den Büchern über das sozialgeschichtliche Leben in Wiedensahl aussagen, hat er während eines Vortrages im Wiedensahler Dörp Kaffee berichtet.

Wie alt wurden die Menschen damals? Heirateten auch Fremde ein? Welche Namen haben sich bis heute durchgesetzt? Und wer heiratete wen?

Die Kirchenbücher auf diese Wiese zu untersuchen – „das ist spannend, darauf bin ich noch gar nicht gekommen“, meinte Pastor Joachim Diestelkamp aus dem Publikum.

Ronnenberg lebte einst in Wiedensahl und wohnt heute in Hannover. Die Geschichte des Wilhelm-Busch-Dorfes interessiert ihn nach wie vor. Die Sichtung der Kirchenbücher sei nicht gerade einfach, erklärte er. Die Korrentschrift zu entziffern sei eine Herausforderung gewesen, zudem fehlten häufig Altersangaben und Frauen wurden lange nur „als Anhängsel“ und nicht mit Namen aufgelistet, Kinder ebenso.

20 Prozent der Ehen blieben kinderlos

Dennoch konnte er einige interessante Erkenntnisse gewinnen. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen lag in dieser Zeit etwa bei 34 Jahren. Frauen wurden in der Regel älter, sofern sie die Zeit der Kinderkrankheiten überlebt hatten. Die Sterblichkeit der Jüngsten war nämlich sehr hoch. Rund ein Viertel erreichte nicht mal das Alter der Konfirmation, schlussfolgert Ronnenberg aus den Aufzeichnungen.

In 65 Jahren bis 1703 gab es 487 neue Familiennamen im Dorf. 1583 gab es beispielsweise sechsmal den Namen Henneker – 40 Jahre später war dieser Name schon vollständig aus Wiedensahl verschwunden. Und 1683 tauchte sechs Mal der Name Krone auf. Offenbar waren gerade alle Söhne im heiratsfähigen Alter, vermutete Ronnenberg schmunzelnd.

Und wo kamen die Menschen, die nach Wiedensahl einheirateten her? 24 Prozent kamen von außerhalb. Die meisten Ehen wurden aber innerhalb des Dorfes geschlossen – im Umkreis von rund 750 Metern. Ebenfalls interessant: Fast 20 Prozent der Ehen blieben damals kinderlos.  kil

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