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Belegschaft legt Arbeit nieder

Wiedensahl / Adaptronic Belegschaft legt Arbeit nieder

Laut einer Pressemitteilung der IG Metall ringen die Beschäftigten des Wiedensahler Unternehmens Adaptronic Prüftechnik GmbH seit Ende 2010 um einen Tarifvertrag. Die Angestellten fordern „ein gerechtes, nachvollziehbares Entgeltsystem und mehr Geld“.

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Die Angestellten der Firma Adaptronic kämpfen um einen Tarifvertrag. © rg

Wiedensahl (gus, r). „Seit 15 Jahren haben wir den Anschluss an den Branchentarif verloren“, wird der Betriebsratsvorsitzende Lothar Müller in der Pressenotiz zitiert. Demnach werden Entgeltsteigerungen bei jedem Mitarbeiter individuell festgelegt. Zwischen einem oder zweieinhalb Prozent mehr Geld habe die Geschäftsleitung einigen Beschäftigten in diesem Zeitraum zugestanden.

Auch das Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie die vermögenswirksamen Leistungen und Zuschläge werden laut IG Metall nicht an jeden Mitarbeiter ausgezahlt. „Die ausgebildeten Fachkräfte in Wiedensahl erbringen ein Drittel des Umsatzes. Sie fertigen hochwertige Adapter, teilweise Unikate für Kunden weltweit“, schreibt die Gewerkschaft. „Unser Know-how ist unsere Stärke“, sagt Geschäftsführer Peter Müller laut IG Metall.

Das Unternehmen erwirtschafte konstante Umsätze. Doch der Geschäftsführer sei nicht bereit, die Belegschaft nach einem fairen System finanziell an dem Erfolg zu beteiligen, sodass die Beschäftigten von der allgemeinen Entgelt-Entwicklung abgekoppelt seien. „Damit muss jetzt Schluss sein“, meinen die 35 Wiedensahler Beschäftigten im Schreiben der IG Metall. Insgesamt arbeiten 93 Männer und Frauen für den Automobil-Zulieferer.

Bei einer Mitgliederversammlung im Oktober 2010 haben sie ihre Forderungen aufgestellt. Ziel soll ein Anerkennungstarifvertrag sein, um allen Beschäftigten eine faire und gerechte Bezahlung nach Entgeltgruppen zu sichern. Seit April entziehe sich Geschäftsführer Müller weiteren Verhandlungen mit der IG Metall.

Deshalb legten die Beschäftigten für eine Stunde ihre Arbeit nieder, um an einem Warnstreik teilzunehmen. Das bisherige Angebot der Geschäftsführung an den Betriebsrat sieht laut Gewerkschaft prozentuale, einkommensabhängige Steigerungen vor, um Unausgewogenheiten bei der Bezahlung auszugleichen.
Die Sturheit des Arbeitgebers stößt auf Unverständnis. „Die IG Metall bietet ein flexibles Tarifsystem, sodass wir uns den betrieblichen Bedürfnissen gut anpassen können. Deshalb verstehen wir die Blockade nicht“, wird Betriebsbetreuer Peter Christian Voigt zitiert.

In den regelmäßigen Mitgliederversammlungen werde nun das weitere Vorgehen beschlossen. Eine Stellungnahme der Geschäftsführung war aktuell nicht zu bekommen.

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