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Busch-Tage spalten den Rat

Wiedensahler Politiker haben Angst vor Kooperation Busch-Tage spalten den Rat

Die Einen sehen Synergieeffekte, die anderen haben Sorge, in die zweite Reihe zu rutschen. Kritisch und bislang ohne Ergebnis hat der Wiedensahler Rat über eine mögliche Kooperation mit Stadthagen diskutiert.

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Wiedensahl. Wie berichtet, plant die Kreisstadt für Anfang September die ersten Wilhelm-Busch-Tage.

 Bürgermeister Oliver Theiß hofft weiter, auch Wiedensahl mit einem Kostenbeitrag von etwa 5000 Euro ins Boot zu holen. Der Stadthäger Chef war daher vor der Ratssitzung nach Wiedensahl gekommen, um über das Projekt zu reden.

 Am Ende der Sitzung appellierte dann Ratsherr Peter Pape (SPD) nochmals zur Diskussion – diese fiel rege und kontrovers aus. Pape positionierte sich klar für eine Kooperation: „Wir profitieren davon“, sagte er und sprach von Synergieeffekten. „Wir müssen auf den Zug aufspringen, das bringt den Tourismus voran.“ Stadthagen habe als größere Stadt nun mal den „längeren Atem“.

 Kritisch kommentierte Carsten Dreyer (WWW) eine Kooperation: Er sieht darin die Gefahr, dass man zwar auf den Zug aufspringt, dann aber „im letzten Waggon sitzt“. Wilhelm Busch sei eine Marke, aber der Dichter und Denker werde „immer weniger mit Wiedensahl in Verbindung gebracht“, kritisierte er. Außerdem ist er der Auffassung, dass „so ein Event“ nur kurzzeitig die Aufmerksamkeit der Menschen auf sich zieht. Wiedensahl aber brauche Ideen, um dauerhaft Touristen anzulocken.

 Pape: „Wenn wir nicht mitmachen, wird das als Trotz gesehen.“ Und: „Wenn wir nicht dabei sind, werden wir bald gar nicht mehr genannt.“ Die Wiedensahler sollten sich jetzt eben Mühe geben und der Stadt beweisen, dass sie eben nicht nur an zweiter Stelle stehen, wenn es um Busch geht.

 Auch Horst Peeck (CDU) sprach sich für eine Zusammenarbeit mit der Kreisstadt aus: „Gemeinsam sind wir stärker.“ Und die regionale Vermarktung funktioniere nur mit einem starken Partner wie Stadthagen. Im Vergleich zum eher kleinen Wiedensahl habe die Kreisstadt eben mehr Ressourcen. Der Rat könne zwar darüber abstimmen, ob sich Wiedensahl finanziell an den Wilhelm-Busch-Tagen beteiligen möchte, die Umsetzung von etwaigen Aktionen liege aber außerhalb ihrer Kompetenz. Dafür sei die Museumslandschaft zuständig.

 Gemeindedirektor Nathan Adam (CDU) fasste sich kurz: „Wir können uns dem nicht verschließen.“ Arend Oetker (WWW) sieht das anders: „Ich glaube nicht, dass durch die Kooperation mehr Leute nach Wiedensahl kommen.“

 Tina Maria Meyer (WWW) betrachtete eine finanzielle Beteiligung ebenfalls skeptisch: In Stadthagen verpuffe das Geld. Die Gemeinde könne die Summe aber auch nutzen, um selbst etwas an diesem Tag – dem Großraumentdeckertag – auf die Beine zu stellen. Für 6000 Euro könne die Gemeinde den ehrenamtlichen Betrieb des Museums für ein ganzes Jahr leisten, verdeutlichte sie die Höhe der Summe.

 Ihr stimmte Bürgermeisterin Anneliese Albrecht (SPD) zu. Sie sehe „keinen Nutzen“ darin, das Geld nach Stadthagen zu geben. Die Wiedensahler könnten sich selbst ehrenamtlich stark aufstellen und für den Tag ein tolles Programm organisieren. Ohnehin habe sie sich bei der ganzen Organisation der Kreisstadt aus Sicht der Gemeinde Wiedensahl vernachlässigt gefühlt. Kurzfristig soll es bald eine extra Ratssitzung zum Thema geben.

 Gudrun-Sophie Frommhage-Davar, Leiterin der Busch-Museen, spricht sich auf Anfrage der SN ausdrücklich für eine Kooperation aus, „da nach dem erfolgreichen Max-und-Moritz-Jubiläumsjahr der Schwung und die Aufmerksamkeit für weitere Aktionen rund um Wilhelm Busch genutzt werden muss“. Dass Stadthagen das Thema aufgreife, könne für Wiedensahl und die Vermarktung Buschs nur von Vorteil sein. Eine besondere „Win-Win Situation mit den Busch-Tagen“ entstehe durch das Vorhaben, Wiedensahl erneut zum Großraumentdeckerziel zu machen. Die Verbindung der beiden Ereignisse werde viele Besucher bringen. kil

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