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Comic-Markt schließt doch

Doppelter Abschied aus Wiedensahl Comic-Markt schließt doch

Zum letzten Mal öffnet am Sonntag, 18. Februar, der Comic-Markt in Wiedensahl. Zusammen mit seiner Frau Grudrun-Sophie Frommhage-Davar, langjährige Busch-Museumsleiterin, verabschiedet sich Darjush Davar als Kopf der Comic-Initiative aus Wiedensahl. Er fühlt sich in der Gemeinde nicht mehr gewollt.

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Darjush Davar und Gudrun-Sophie Frommhage-Davar ziehen sich aus Wiedensahl zurück und laden zur Abschiedsfeier ein.

Quelle: Montage: Harmening

WIEDENSAHL. Ab 15 Uhr gibt es ein buntes Programm im Comic-Markt an der Hauptstraße 83, zu dem auch interessierte Bürger eingeladen sind.

Unter dem Motto „15 Jahre und kein bisschen leise“ wollen sich die beiden von Wegbegleitern, Freunden und Unterstützern sowie Vertretern aus Kultur und Politik verabschieden. Nach rund 15 Jahren als hauptamtliche Museumsleiterin des Busch-Geburtshauses und zuletzt auch des Alten Pfarrhauses verlässt Frommhage-Davar Buschs Geburtsort. Wie berichtet, wurde sie von der Museumslandschaft entlassen – bis heute ohne öffentliche Begründung. Nun widmet sie sich neuen künstlerischen und pädagogischen Herausforderungen, heißt es.

18 Monate Comic-Markt

Was war los? In den vergangenen 18 Monaten haben nach Angaben von Darjush Davar rund 1600 Besucher den Comic-Markt besucht. Es gab drei Ausstellungen, eine Schaufensterinstallation und zehn Musikabende. Außerdem drei Vorträge, zwei Workshops und zwei Comic-Abende. Bis auf einen Unkostenbeitrag für den Comic-Workshop seien alle Veranstaltungen und Ausstellungen kostenlos gewesen, betont Davar. Wer hat es bezahlt? Die Hauptkosten trug Davar selbst. Von der Gemeinde oder aus dem Landkreis habe es keine Unterstützung gegeben – bis auf die 500 Euro von Wiedensahl. Weitere Gelder kamen von Kooperationspartnern der Ausstellungen. Wer war da? Auch diverse Künstler haben den Comic-Markt besucht. Unter anderem Barbara Yelin, Maxi Spieß, Ulli Lust und ihre Studentenklasse aus Hannover sowie Vertreter von Kunst- und Kulturinstitutionen aus ganz Deutschland, wie Susanne Flimm (Geschäftsführerin Cöln Comic Haus) und Martin Budde (Splitter Verlag).

Zeitgleich löst auch Davar seinen Comic-Markt auf, den er im ehemaligen Markant-Markt seit September 2016 als einen Ort für Comic-Kunst, Musik und Kultur geführt hatte. Den Auftakt machte die Ausstellung „Die besten deutschen Comics 2016“.

„Die Arbeit hat mir Spaß gemacht“, sagt Davar, der noch immer hinter dem Konzept steht. Trotzdem will er jetzt einen Schlussstrich unter das Kapitel Wiedensahl ziehen, weil er sich dort „nicht gewollt fühlt“. Nach immer wiederkehrenden Unstimmigkeiten und Konflikten – besonders mit Vertretern der Museumslandschaft Wiedensahl – hat die jüngste Reaktion der Gemeinde auf seinen Antrag auf Unterstützung für die Ausstellung der Max-und-Moritz-Preisträger 2018 nun den endgültigen Anstoß für Davars Entschluss gegeben.

Fast 15 Jahre lang hat Gudrun-Sophie Frommhage-Davar das Wilhelm-Busch-Geburtshaus in Wiedensahl geleitet.

Der Leiter des Comic-Marktes wollte von der Gemeinde wissen, ob diese Ausstellung 2018 im Ort gewollt sei oder nicht. Das Ergebnis: Davar bekam 500 Euro als „Anerkennungsgebühr“ für seine Arbeit in Wiedensahl zugesprochen.  „Keinesfalls solle mit dem Betrag ein Kooperationsvertrag in Bezug auf die Wanderausstellung angedacht sein“, hatte Bürgermeisterin und Vorsitzende der Museumslandschaft, Anneliese Albrecht, damals auf Nachfrage der SN betont.

Für Davar zeigt das endgültig: „Ich bin hier nicht gewollt.“ Auch die Ratsmitglieder hätten dieser Distanzierung der Gemeindechefin von einer Zusammenarbeit mit dem Comic-Markt „leider nicht widersprochen“, bedauert Davar. Selbst auf die Bitte nach einer Klärung habe er keine Antwort erhalten.

Darjush Davar hat den Comic-Markt im ehemaligen Supermarkt in Wiedensahl aufgebaut.

Auf all diese Auseinandersetzungen hat Davar nun keine Lust mehr. Am 18. Februar will das Paar mit Gästen bei Kaffee und Kuchen „15 Jahre engagierte Kulturentwicklung mit und um Wilhelm Busch Revue passieren lassen“, so das Paar. Einige musikalische Gäste haben sich für ein Ständchen angekündigt.

Wie es mit dem Thema Comic in Wiedensahl weiter geht, und ob die Ausstellung der Max-und-Moritz-Preisträger 2018 doch noch in einem der Busch-Häuser platziert wird, bleibt abzuwarten. kil

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