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Die Rechnung geht für die Kirche bald nicht mehr auf

Wiedensahl / Förderkreis Die Rechnung geht für die Kirche bald nicht mehr auf

Auf neue Mitglieder und Spender ist der Förderkreis „Kirche in Wiedensahl“ angewiesen, wenn die halbe Pfarrstelle auch künftig gesichert sein soll.
Vor drei Jahren wurde die Wiedensahler Kirchengemeinde „von oben“ vor die Wahl gestellt: entweder eine Viertel-Pfarrstelle zum „Nulltarif“ oder eine halbe mit rund 17.000 Euro „Selbstbeteiligung“ pro Jahr.

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Die Förderkreis-Vertreter Nathan Adam (links) und Gerhard Heumann wollen, dass die Kirche im Dorf bleibt und werben im neuen Gemeindebrief um weitere Mitglieder und Spender. © jed

Wiedensahl (jed). Die Wiedensahler haben sich bekanntlich für die zweite Alternative entschieden und selbst kräftig ins Portemonnaie gegriffen. Bis jetzt ist die Rechnung aufgegangen: Rund 100 Mitglieder des Förderkreises zahlen jährlich insgesamt 10.000 Euro. Hinzu kommen Spenden von rund 2000 Euro. Die restlichen 5000 Euro steuern das Kloster Loccum und der Kirchenkreis Stolzenau bei.

Künftig, so rechnen Nathan Adam und Gerhard Heumann vom Förderkreis jetzt vor, werde aber eine Finanzierungslücke von rund 3500 Euro entstehen. Denn einerseits müsse die Landeskirche ab 2013 in ihren Haushaltsplänen für eine Viertel-Pfarrstelle 2500 Euro mehr ansetzen, andererseits habe das Kloster Loccum verlauten lassen, schon ab dem kommenden Jahr 1000 Euro weniger als bisher lockermachen zu wollen.

Um diese Lücke zu schließen, fehlen bei einem durchschnittlichen Jahresbeitrag von 100 Euro rein rechnerisch 30 bis 40 neue Mitglieder. „Klinken putzen“ kommt für den Förderkreis allerdings nicht in Betracht. Nathan Adam: „Natürlich brauchen wir neue Mitglieder. Aber wir setzen vor allem auch auf diejenigen, die spenden, allerdings nicht unbedingt in den Förderkreis eintreten wollen.“ Der Spendenaufruf im jüngsten „Gemeindebrief“ ist bereits auf fruchtbaren Boden gefallen. Adam: „Einer hat sogar einen größeren Betrag überwiesen und weitere Spenden in Aussicht gestellt, falls wieder mal Geld fehlt.“

Aus der Kirche auszutreten und die Kirchenarbeit vor Ort im Förderkreis zu unterstützen, ist laut Gerhard Heumann der falsche Weg: „Dann würden die Mittel von oben weiter gekürzt und wir hätten eine noch größere Finanzierungslücke.“ Hinzu komme die sogenannte „Leuchtturmpolitik“, nach der die Landeskirche ihre Mittel verstärkt in den größeren Städten einsetzt, um etwas gegen die dort festzustellende überdurchschnittlich hohe Kirchenflucht zu tun. Heumann: „Auf dem platten Lande tritt man nicht so einfach aus.“

Eine Alternative zum Erhalt der halben Pfarrstelle in Wiedensahl sehen Adam und Heumann nicht. Bei einer Viertel-Pfarrstelle könne man zwar weiterhin jeden Sonntag in die Kirche gehen, aber das gerade in Wiedensahl so ausgeprägte und gut funktionierende Gemeindeleben könne in der bisherigen Form ganz sicher nicht aufrecht erhalten werden. Adam: „Unsere Konfirmanden hätten es mit immer neuen Pastoren zu tun. Dann können die Eltern ihre Kinder auch gleich selbst konfirmieren.“

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