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Wiedensahl Es fehlt noch die Dynamik
Schaumburg Niedernwöhren Wiedensahl Es fehlt noch die Dynamik
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00:26 18.04.2018
Angetan: Die Besucherinnen Herta Winter (links) und Ilse Heumann betrachten einen weiblichen Akt und einen lesenden Mönch. Quelle: sk
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Wiedensahl

Mit Kreide gemalte Figuren, mit dem Bleistift Gezeichnetes und Landschaften mit Öl auf Papier gebracht: In einem kleinen roten Kabinett im Wilhelm-Busch-Geburtshaus, hängen zwölf Bilder aus den Lehrjahren des Wiedensahler Künstlers.

Tillig: Museum hat viel Potenzial

Es ist die erste Ausstellung unter der Museumsleitung von Benjamin Tillig, der erst am 15. März seinen Job in Wiedensahl antrat. Die Ausstellung thematisiere einen „Jungen, der Maler werden wollte.“ Die Ambition habe sich so nicht erfüllt, wie Busch es dachte. Aber schon damals habe großes Potenzial für einen eigenen künstlerischen Weg in dem jungen Mann gelegen. „Das korreliert mit meiner Aufgabe“, sagte Tillig. Er finde mit dem Museum und dessen Aufgabe großes Potenzial vor, aus dem man noch viel machen könne.

Arbeiten wirken bemüht und kleinteilig

Tillig wies Ausstellungsbesucher auf die ersten Arbeiten Buschs hin, die in den 1840-er Jahren in der polytechnischen Schule in Hannover entstanden. Hier stand freies Zeichnen auf dem Stundenplan. Das Knabengesicht oder die Kopfstudie eines jungen Mannes zeigten zwar technisches Können. Aber die Arbeiten wirkten bemüht und kleinteilig. Es fehle noch die Dynamik und die Freiheit der eigenen Handschrift.

Die zwei ernsthaften Studien eines lesenden Mönches erinnerten Marie-Luise Niemeyer, eine Urgroßnichte von Wilhelm Busch, an ein Gedicht ihres berühmten Verwandten: „Wie schad, daß ich kein Pfaffe bin. / Das wäre so mein Fach. / Ich bummelte durchs Leben hin / Und dächt‘ nicht weiter nach“, zitierte die Seniorin aus dem Stand.

Ausstellung bis zum 9. September zu sehen

Die Bilder der Ausstellung sind sämtlich eine Leihgabe der Wilhelm-Busch-Gesellschaft Hannover. Konzipiert hat die Präsentation, die bis zum 9. September zu sehen ist, Monika Steinmeier.
Erstmals gibt es zu einer Ausstellung im Wilhelm-Busch-Geburtshaus ein Faltblatt mit ausführlichen Infos zum Künstler und den Exponaten. sk

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