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Frommhage-Davar vom Dienst freigestellt

„Jahrelang demontiert“ Frommhage-Davar vom Dienst freigestellt

Das Wilhelm-Busch-Geburtshaus in Wiedensahl steht ohne Leitung da. Der siebenköpfige Vorstand des Dachvereins Museumslandschaft Wilhelm Busch Wiedensahl hat die seit rund 15 Jahren tätige Museumsleiterin Gudrun-Sophie Frommhage-Davar mit sofortiger Wirkung vom Dienst freigestellt.

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Gudrun-Sophie Frommhage-Davar muss nach 15 Jahren ihren Schreibtisch im Wilhelm-Busch-Geburtshaus räumen.

Quelle: ANO

WIEDENSAHL. In dem siebenköpfigen Entscheidungsgremium sind jeweils ein Vertreter des Landkreises, der Samtgemeinde und der Gemeinde Wiedensahl Mitglied, zudem jeweils zwei Vertreter aus den beiden Mitgliedsvereinen, dem Heimatbund Wiedensahl und dem Förderkreis Wilhelm Busch Wiedensahl.

„Sie ist offiziell noch weiter beschäftigt“, sagt die Vorsitzende der Museumslandschaft und Bürgermeisterin der Gemeinde, Anneliese Albrecht, die die Personalentscheidung bestätigt. Den Grund für die Freistellung will Albrecht jedoch nicht nennen. „Ich habe über diese Personalgeschichte nichts zu sagen, bevor man sich geeinigt hat“, sagt sie. "Wir wollen uns nicht streiten und kein Porzellan zerschlagen“, begründet die Bürgermeisterin. Deshalb habe man gegenseitig Stillschweigen vereinbart. Frommhage-Davar war tatsächlich für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Über die Gründe ist auch beim Vorsitzenden des Förderkreises, Carsten Dreyer, nichts zu erfahren. Einzig Heimatbund-Vorsitzender Adolf Peeck bedauert die Entscheidung und bestätigt, dass diese mit fünf gegen zwei Stimmen gefasst worden sei.

„Viele Leute sind der Meinung, dass sie sehr gute Arbeit geleistet hat“, sagt Peeck über die diplomierte Kulturpädagogin. „Jetzt bezahlen wir“, betont er mit Blick auf die weiterlaufenden Personalkosten, „und bekommen keine Leistung dafür.“ Frommhage-Davar hat einen Arbeitsvertrag über 25 Stunden pro Woche. Peeck überlegt, ob es nun eine außerordentliche Mitgliederversammlung des Förderkreises geben müsse, dessen Mitglied er ist. Der Förderkreis habe nämlich bei der Satzungsänderung zwecks Bildung der Museumslandschaft extra so agiert, dass „Frau Frommhage gehalten werden kann“.

Das bestätigt auch der stellvertretende Bürgermeister Wiedensahls, Kurt Cholewa (CDU), auch Vorstandsmitglied im Heimatbund. „Ich kann nur hoffen, dass die Mitglieder sich zusammenfinden, um dem ganzen Spuk ein Ende zu machen“, sagt Cholewa, der sich große Vorwürfe macht. „Ich schäme mich selber, dass ich zu lange zugeguckt habe“, deutet er an, dass schon längere Zeit Konflikte untereinander herrschen. „Frau Frommhage ist jahrelang demontiert worden“, beschreibt er. Nach seiner Einschätzung handelt es sich bei den Gründen um persönliche Animositäten einiger Personen in Wiedensahl. „Frau Frommhage hat das Geburtshaus über Jahre auf ein hohes Niveau gebracht“, lobt er die Arbeit, die die Museumsleiterin seit Gründung der Museumslandschaft parallel auch für das Pfarrhaus übernommen hatte. „Ich bin am meisten enttäuscht, das der Landkreis diese Dinge mitträgt“, sagt Cholewa.

„Ich bitte um Verständnis, dass ich zu Personalangelegenheiten nichts sage“, hält sich Ralf Mahnert bedeckt. Der Leiter des Amtes für Schule, Sport und Kultur beim Landkreis war als Mitglied im Vorstand der Museumslandschaft an der Entscheidung beteiligt. Sorgen um den Museumsbetrieb macht der Amtsleiter sich nicht. „Grundsätzlich geht der Betrieb weiter. Die Besuchergruppen werden von Ehrenamtlichen geführt“, sagt Mahnert. Die Ehrenamtlichen sind allerdings laut Cholewa „völlig entrüstet“ über die Situation.  bab

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