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Wiedensahl Gelebte Selbstverwaltung
Schaumburg Niedernwöhren Wiedensahl Gelebte Selbstverwaltung
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00:17 06.06.2018
Ralf Dunger: „Viele Flächen werden verpachtet.“ Quelle: sk
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Wiedensahl

Gräben ausbaggern, Gewässerränder mähen, Dränage im Boden spülen: Um den Abfluss des Oberflächenwassers von Feldern, Wiesen und Hausgrundstücken kümmern sich die Einwohner selbst – im Wasser- und Bodenverband Wiedensahl.

Mit schwierige Bodenverhältnissen mussten und müssen die Wiedensahler leben. Der Boden lässt kaum Wasser durch. Früher, blickte Verbandsvorsitzender Ralph Dunger ins 19. und 20. Jahrhundert zurück, habe jede Familie selbst dräniert. Das war mit vielen Händen, die mit anfassten, möglich. Nach dem Zweiten Weltkrieg änderten sich die Verhältnisse. Man entschloss sich für einen Verband, dem alle Grundstücksbesitzer beitraten. Auch heute noch besteht Zwangsmitgliedschaft für alle Grundeigentümer.

Verband muss sich Veränderungen stellen

440 Mitglieder zählt heute der Wasser- und Bodenverband, der 1968 in seiner jetzigen Form entstand und deren räumliche Grenze mit der Grenze Wiedensahls identisch ist. Grund zum Klagen habe man im Verband nicht, so Dunger. Aber man müsse sich Veränderungen stellen. Heute gebe es nur noch fünf oder sechs landwirtschaftliche Vollerwerbsbetriebe in Wiedensahl. Viele Flächen würden verpachtet. Und für die Pächter sei es nicht „ihr Grund und Boden“. Und neu Zugezogene im Dorf, die Land gekauft hätten, fragten sich: „Was habe ich denn von einer Mitgliedschaft im Verband?“ Es sei schwierig, die Zwangsmitgliedschaft den Eigentümern verständlich zu machen.

August Lustfeld, Vizepräsident des Vereins Wasserverbandstag Bremen, Niedersachen, Sachsen-Anhalt, lobte den Verband als gelebte Selbstverwaltung und wies darauf hin, dass die meisten Bürger jede Form der Wasserver- und Entsorgung als selbstverständlich nähmen. Lustfeld hatte eine Erklärung für die Haltung: „Es funktioniert eben fast alles.“ sk

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