Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Kein Geld für Comic-Ausstellung

Kurator guckt in die Röhre Kein Geld für Comic-Ausstellung

„Damit hat sich der Rat selbst ein Armutszeugnis ausgestellt.“ Das ist das traurige Fazit eines alteingesessenen Wiedensahler Bürgers gewesen, der der letzten Gemeinderatssitzung vor der Wahl beigewohnt hat.

Voriger Artikel
Kunst im alten Supermarkt
Nächster Artikel
Altes Haus in neuem Gewand
Quelle: pr.

Wiedensahl. Kurz zuvor hatte sich ein Großteil der Ratsherren dafür entschieden, die von Kurator Darjush Davar ins Leben gerufene Comic-Ausstellung in den Räumlichkeiten des ehemaligen Markant-Marktes nicht finanziell zu unterstützen. Pikant: Die Museumslandschaft hatte bereits vor einiger Zeit verfügt, weder das alte Pfarr-, noch das Geburtshaus für die Sammlung zur Verfügung zu stellen.

Ebenso wie der Besucher der Sitzung war auch Ratsherr Peter Pape davon überzeugt, dass die Initiative Davars „nur Vorteile“ für Wiedensahl bringe. Zum einen würde der „Schandfleck“ Markant-Markt aufgehübscht und zum anderen für regen Publikumsverkehr gesorgt werden. „Wir müssen als Gemeinderat auch die wirtschaftlichen Interessen im Auge behalten“, so der SPD-Politiker. „Dafür sollten wir die Ressource Wilhelm Busch wie auch immer wirtschaftlich nutzen.“ Dem schlossen sich auch Nathan Adam (CDU) und Horst Peeck (CDU) an.

Gänzlich unbeeindruckt

Doch jene Argumente ließen etwa Tina Maria Meyer von der Wählergemeinschaft Wir für Wiedensahl (WWW) und allen voran Carsten Dreyer (WWW) unbeeindruckt. Jener erinnerte an die Entscheidung der Museumslandschaft, bei der nicht nur Mitglieder des Gemeinderats, sondern auch Vertreter des Landkreises, der Samtgemeinde und der Wilhelm-Busch-Gesellschaft Hannover stimmberechtigt waren. „Die Museumslandschaft hat sich entschieden, die Schwerpunkte der Ausstellungen hier in eine andere Reihenfolge zu setzen“, so Dreyer. Eine finanzielle Unterstützung der Comic-Sammlung würde die Beschlüsse der Interessengemeinschaft „konterkarieren“.

Keine zufriedenstellende Antwort

Doch wie jene Reihenfolge aussehen könnte und wie sich die Museumslandschaft generell zukünftig positionieren will, sei noch Gegenstand der Diskussion. Auch auf die Nachfrage Nathans, wie die Entscheidung, Davar den Gebrauch des Geburts- beziehungsweise alten Pfarrhauses zu untersagen, überhaupt zustande gekommen ist, bekamen die Befürworter des Zuschusses keine zufriedenstellende Antwort. „Das müssen wir hier nicht diskutieren“, sagte Arendt Oetker (WWW). Bürgermeisterin Anneliese Albrecht (SPD), auch Vorsitzende der Museumslandschaft, hielt sich im Übrigen weitestgehend zurück und sprach lediglich von einer „unglücklichen Entscheidung“, sollte der Rat der Anfrage von Davar nachkommen.

Der Kurator, der bei der Sitzung anwesend war, wurde nach der lebhaften Diskussion Zeuge, wie sein Antrag mit sechs zu drei Stimmen abgelehnt wurde. „Ich konnte es mir ja schon fast denken“, sagte Davar im SN-Gespräch. Er finde es schade, dass „man als direkter Betroffener da sitzt und die Politik es nicht für nötig für hält, mir fünf Minuten zu geben, etwas dazu zu sagen“, so der Kurator. Bei einer Informationsveranstaltung zur Comic-Ausstellung sei lediglich Ratsherr Nathan vor Ort gewesen, auch sonst habe er keine Gelegenheit bekommen, seine Argumente zu präsentieren.

In einen Topf geworfen

Davar merkte außerdem an, dass er eigentlich zwei Anträge gestellt habe, die „einfach in einen Topf geworfen worden“: Einmal für die Bezuschussung der Ausstellung, die auch ohne Hilfsmittel von der Gemeinde am Sonntag, 4. September, eröffnet wird, und einmal für die Schaufensterbeklebung des Markant-Markts mit Wilhelm-Busch-Motiven, die gestern angebracht wurden. „Wenn sie die sehen, werden sich die Ratsherren richtig ärgern, dass sie sich daran nicht beteiligt haben“, ist sich Davar sicher. js

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

O’zapft is heißt es in der Stadthäger Festhalle wieder am Freitag und Sonnabend, 23. und 24. September. Dann dominieren die Farben Blau und Weiß in der Halle und fesche Frauen in farbenfrohen Dirndln tanzen auf den Tischen... mehr