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Kirchenduft und Glaubenssoftware

Pastoren-Wettkampf endet ohne Sieger Kirchenduft und Glaubenssoftware

Mit einer Mischung aus Witz und Satire, mal gesprochen, mal gesungen, hat Matthias Schlicht, Pastor und Kirchenkabarettist aus Buxtehude, sein Publikum im ausverkauften Alten Pfarrhaus begeistert. Es verging kaum eine Minute, in der bei „Best of Schlicht“ nicht gelacht wurde.

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Kirchenkabarett vom Feinsten: Matthias Schlicht zeigt viele Gesichter.

Quelle: jed

Wiedensahl. Wie gewohnt stand das Thema Kirche im Mittelpunkt des Programms. Nicht von ungefähr, denn Kirche ist für Schlicht reale Satire und damit billiger als jedes teure Kabarett. Apropos Geld, an Ideen, um die leeren Kirchenkassen aufzufüllen, mangelt es Schlicht nicht: „Jede Kirche riecht irgendwie anders. Diese Düfte muss man einfangen, ihnen einen schönen Namen geben und sie dann als teures Parfüm verkaufen. Das beruhigt das schlechte Gewissen. Einfach damit einsprühen, das spart den Kirchgang!“

Allen, die unterwegs auf geistlichen Rat nicht verzichten wollen, empfahl Schlicht den Gebrauch der Glaubenssoftware auf dem Handy. Wer beispielsweise nicht wisse, ob er als Verheirateter mit einer jungen Schönen anbandeln solle, bekäme entweder von Abt Horst Hirschler ein energisches „Ruf mich an!“ oder von einer netten Dame ein aufmunterndes „Nun aber los!“ zu hören. Je nach dem, ob man den eigenen Glaubensfaktor hoch oder niedrig eingestellt habe.

Seinem Motto „Nur die Pastoren sind beschissen, die anderen nicht zu helfen wissen“ machte Schlicht alle Ehre. Wer nicht mir seiner Frau, sondern mit einer anderen Dame im Publikum säße, solle sich einfach eine Papiertüte über den Kopf stülpen, um nicht auf verfänglichen Pressefotos gesehen zu werden. Er habe solche Tüten für alle Fälle mitgebracht. Und wer nicht wisse, was er seiner Holden schenken könne, solle es lieber mit einem Gutschein für eine halbe Stunde Zuhören versuchen, statt die Sammlung unnützer „Scheußlichkeiten und Staubfänger“ weiter zu vergrößern.

Zum Schluss ließ Schlicht noch einmal das Finale „Köhler gegen Schlicht“ bei der „Prediger-WM“ aufleben, wie vor sechs Jahren an gleicher Stelle in bester Rundfunkmanier mit Konferenzschaltung. Köhler setzte seine berüchtigte „theologische Blutgrätsche“ ein, die man bis dahin nur Abt Hirschler zugetraut hatte, und die Glocken der Wiedensahler Handglöcknerinnen, zitterten erneut vor Aufregung. Am Ende gab es keinen Sieger. Köhler wurde in Loccum an der Theke gefeiert, Schlicht bekam in Wiedensahl von seinen weiblichen Fans Plüschbären, Tangas und Thrombose-Strümpfe zugeworfen.   jed

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