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Längste Fußgängerzone Schaumburgs

Famos! Längste Fußgängerzone Schaumburgs

Der Ausnahmezustand in Wiedensahl ist eigentlich schon der Regelfall. Jedenfalls über die Jahrzehnte betrachtet. Denn der Martinimarkt hat gestern bereits zum 182. Mal Zehntausende Besucher in das Wilhelm-Busch-Dorf gelockt.

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Die neunjährige Lia hat die neueste Attraktion auf dem Markt ausprobiert – über alle Köpfe hinweg.

Quelle: bab

Wiedensahl. Rund 300 Aussteller haben die 1,5 Kilometer lange Verkaufsmeile zum „größten Eintagesmarkt in Norddeutschland“ gemacht, wie es Bürgermeisterin Anneliese Albrecht bei der Eröffnung betonte. Für den Landrat Jörg Farr ist es die „längste Fußgängerzone Schaumburgs“ und für Wiedensahls Einwohner einfach „das Highlight des Jahres“.

Annegret Haacke aus Minden genießt das Treiben auf dem Heiratsmarkt: „ Wir haben einen tollen Vormittag hier – das Heiraten habe ich aber schon erledigt.“ (lacht)

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 Bereits kurz nach 9 Uhr morgens haben die Ordner, die für den reibungslosen Verkehr zuständig waren, geahnt, dass es eine anstrengende Schicht wird. Ein Auto nach dem anderen mit Kennzeichen aus Hameln, Minden, Paderborn, Nienburg und Hannover rollten in den Ort und kurz nach Mittag war klar: Schon am Vormittag „ist sehr viel los gewesen, das haben wir so noch nie erlebt“, sagt Klaus Schwarze, der in Warnweste ein Auto nach dem anderen zu den freien Parkplätzen winkt. Und wie sein Kompagnon Ralf Kuske ist er froh, dass es nicht regnet, wie im vergangenen Jahr.

 Stattdessen hagelt es Komplimente von den Ausstellern, die zum ersten Mal mit ihren Produkten nach Wiedensahl gekommen sind. Petra Schubert aus Warmsen, die Langosch, eine ungarische Spezialität, anbietet, ist „das schon fast zu viel Remmidemmi“, sagt sie, als sie nach einem kurzen Rundgang wieder zum Stand zurückkehrt. Aber selbstverständlich nicht aus der Händlerperspektive gesehen. Der rege Betrieb freut auch Astrid Rickus, die ihre Häkelnadel selten aus der Hand legt. Sie hat noch am letzten Tag vor Eröffnung eine Zusage für ihren Stand mit Handarbeiten erhalten und „kommt nicht mehr nach“ mit dem Umhäkeln von Toilettenpapierrollen. Als Vorlage dienen unter anderem Kermit der Frosch und das Krümelmonster aus der Sesamstraße. Wenn gewiefte Händler ihre faszinierend reibungslos funktionierenden Neuheiten anpreisen und die Besucher in Gespräche verwickeln, vergeht die Zeit wie im Fluge und der Tag ist viel zu kurz. Aber: „Nach dem Martinimarkt ist vor dem Martinimarkt“, hatte Bürgermeisterin Albrecht beim traditionellen Marktfrühstück daran erinnert, dass die Besucher sich auf einen besonderen Rummel freuen dürfen. Denn zum 150. Jubiläum der Lausbubengeschichten von Max und Moritz wollen die Wiedensahler besonders groß feiern. Und dann will die Bürgermeisterin zum letzten Mal versuchen, den Ministerpräsidenten herzulocken. bab

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