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Lebensmittelladen schließt zum 1. April

Markant macht dicht Lebensmittelladen schließt zum 1. April

Der letzte Supermarkt in der Gemeinde Wiedensahl macht dicht. Inhaber Christian Steuber schließt zum 1. April den Markant-Markt an der Hauptstraße. Damit verliert das rund 1000 Einwohner starke Dorf seinen letzten Nahversorger für Lebensmittel. Ob es einen Nachfolger geben wird, ist offen.

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Noch rund zweieinhalb Monate, dann verschwindet auch der letzte Supermarkt aus Wiedensahl.

Quelle: kil

Wiedensahl (kil). Steubers Kneipe mit regelmäßigem Partybetrieb soll aber weiterlaufen, betont der Betreiber, dem auch die Immobilie gehört. „Es ist mir nicht leicht gefallen“, sagt Steuber zu seinem Entschluss, der von mehreren Faktoren beeinflusst worden sei. Das finanzielle Risiko sei zu groß geworden, nachdem in den vergangenen dreieinhalb Jahren zwei wichtige Anker weggebrochen seien: Die Poststelle und der Lottostand sind als Kundenfrequenzbringer aus dem Markt verschwunden. Auch der Verlust der Schlachterei-Filiale Hardekopf habe dem Markant-Markt sehr geschadet. „Jetzt sind wir kein Vollversorger mehr.“ Viele, vor allem junge Leute, würden lieber zu größeren Supermärkte in den umliegenden Gemeinden fahren. Zwar konnte Steuber nach der Schließung der benachbarten Bäckerei Dreyer die Bäckerei Otto aus Pollhagen mit ins Boot holen, aber die sinkenden Kunden- und Umsatzzahlen habe das auch nicht auffangen können. Zudem erschwerten hohe Lieberaufschläge die Existenz von kleineren Läden.
Vor diesem Hintergrund ist dem Inhaber das finanzielle Risiko einfach zu groß. Schließlich könne auch jeder Zeit mal etwas kaputt gehen, meint er. So stünde zum Beispiel bald die Neuanschaffung einer Kasse an. Da möchte Steuber lieber jetzt Schluss machen und sich in Ruhe um eine Folgenutzung kümmern, als irgendwann in aller Hektik schließen zu müssen.
Seit mehr als 50 Jahren ist an diesem Standort ein Lebensmittelladen gewesen. Für Gemeindedirektor Nathan Adam kommt die Nachricht nicht überraschend. „Das hat sich schon im vergangenen Jahr abgezeichnet“, sagt er und macht klar: „Das ist für die Gemeinde natürlich äußerst bedauerlich.“ Bis in die Sechziger habe es noch etwa sechs Lebensmittelläden im Ort gegeben. Davon ist nicht mehr viel geblieben.
Ob sich ein neuer Supermarkt ansiedeln könnte? Adam schätzt die Chancen „ganz realistisch“ ein: das sei eher unwahrscheinlich. Schließlich müsse ein Nachfolger auch zusätzlich noch Miete zahlen.
Steuber selbst hält sich bezüglich einer Nachnutzung noch bedeckt. Nur so viel: Er sei in Gesprächen mit möglichen Interessenten. Auch zu den Gerüchten, dass sein Sohn als Koch dort einen gastronomischen Betrieb eröffnen könnte, wollte er noch nichts sagen.
Gemeindedirektor Adam sagt mit Blick auf eine mögliche weitere Gastronomie im Wilhelm-Busch-Dorf: Langsam würde es wohl reichen. Schließlich gebe es schon eine ganze Menge davon – von Bolten’s Deele über den Busch-Keller bis hin zum gerade erst neu eröffneten Albrechts Hotel und Restaurant.
Die Schließung des Markants sei auch im Rat schon diskutiert worden. Als eine Option habe man auch das Modell eines Dorfladens angesprochen. Solche Gedanken sollten nun weiter verfolgt werden.

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