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Wiedensahl Mit GPS-Geräten auf Buschs Spuren
Schaumburg Niedernwöhren Wiedensahl Mit GPS-Geräten auf Buschs Spuren
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16:22 04.01.2013
Die Schüler werden von Detlef Bielinski in die Nutzung der GPS-Geräte eingewiesen. Quelle: soe
Wiedensahl (r)

Unter Anleitung des ehemaligen Bordmechanikers bei den Heeresfliegern in Achum, Detlef Bielinski, der es immer wieder versteht, die zwei Jungen und elf Mädchen der AG für die nächsten Schritte zu elektrisieren, werden die Ziele wie der „Bolte-Stein“, das Gasthaus Steuber oder der ehemalige Bahnhof mit Hilfe mobiler GPS-Geräte über Koordinaten, Wegpunkte, Tracks oder Routen lokalisiert und angesteuert.
In diesen vier Worten sind die wichtigsten Begriffe für die Orientierung in freier Natur mittels eines Satellitenempfängers genannt. Koordinaten bestimmen jeden Ort dieser Erde durch die Angaben von Längen- und Breitengraden. Das Busch-Geburtshaus als Ausgangspunkt des Dorfspaziergangs weist beispielsweise die Werte N 052°22.865‘‘, E 009°7.203‘‘ auf. N bezeichnet dabei den nördlichen Breitengrad und E, das für das englische East (= Ost) steht, den östlichen Längengrad. Wo sich beide Gradlinien schneiden, ist der gesuchte Punkt.
Bei den Wegpunkten handelt es sich um elektronische Marken, die eindeutige Positionsangaben auf der Erde speichern. Neben Breiten- und Längengrad wird zusätzlich oftmals die Höhe über dem Meeresspiegel festgehalten.
Der Track bezeichnet eine geordnete Liste von Punkten mit Koordinaten, die eine Strecke ergeben. Das ist bei der heutigen GPS-Elektronik das, was bei Hänsel und Gretel die Brotkrumen waren. Beim GPS im Auto findet man mit dieser Methode den Weg zum Ziel. Bei der Route sind einzelne Wegpunkte unabhängig von der Infrastruktur nur in einer Luftlinie miteinander verbunden. Ein Richtungspfeil auf dem GPS-Gerät weist dabei vom jeweils aktuellen Standort Entfernung und Richtung zum nächsten Wegpunkt.
Und so steuern die Schüler auch die St. Nikolai-Kirche oder den Oetker-Stammhof in Wiedensahl an. Und speichern die Daten, die künftige Interessenten mit zwei Geräten ansteuern können, die vom SLT angeschafft wurden und im Busch-Geburtshaus ausgeliehen werden können. Olaf Boegner, Leiter beim Schaumburger Land Tourismusmarketing verweist in dem Zusammenhang darauf, dass die SLT Wilhelm Busch in Wiedensahl „als das touristische Leitthema neben dem Bückeburger Fürstenhaus vermarktet“. Geocaching sei eine der wichtigen Maßnahmen im Tourismuskonzept des Schaumburger Landes. „Das Pilotprojekt in Wiedensahl wird vom SLT mit Hardware und Schulungen finanziell erheblich unterstützt“. Mit Stolz verweist Boegner darauf, dass es dabei um eine Maßnahme handelt, „die nur mit Akteuren aus der Region umgesetzt wird“.
Dass dafür nur eine AG des Wilhelm-Busch-Gymnasiums in Frage kam, macht Museumsleiterin Gudrun-Sophie Frommhage-Davar deutlich, die schon zuvor in einem Projekt erfolgreich mit WBG-Lehrerin Edith Griese zusammengearbeitet hat. Unterstützt werden Frommhage-Davar, Griese und Bielisnski bei ihrem Aktivitäten alle zwei Wochen montags von Museumsmitarbeiterin Birgit Dunger, deren Ortskenntnisse vor allem dann wertvoll sind, wenn neue Wegpunkte erschlossen werden sollen.
Und so heißt es zukünftig für Dorfspaziergänger in Wiedensahl, die die alte Holzbrücke am ehemaligen Bahnhof suchen, nicht mehr „bei Steuber links ab und dann am Bahnhof noch mal nach rechts wenden“, sondern nur noch „N 52 22.854 / E 9 07.691“. Und wer die GPS-Geräte richtig bedienen kann, dürfte bald dort stehen, wo schon Max und Moritz gesägt haben sollen.