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Nach 150 Jahren ist Schluss

Wiedensahl / Männergesangsverein Nach 150 Jahren ist Schluss

Der Männergesangverein Wiedensahl, 1861 gegründet und damit ältester Verein im Ort, wird aufgelöst. Der entsprechende Beschluss wurde jetzt bei der letzten Mitgliederversammlung des Vereins gefasst.

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Die Mitglieder des MGV Wiedensahl im Jubiläumsjahr 1986. © jed

Wiedensahl (jed). Die Gründe liegen auf der Hand. Der Nachwuchs fehlt, der Chor ist stark überaltert. Das Ende des Vereins kommt daher nicht überraschend, war im Grunde genommen schon 1999 programmiert, als sich die letzten zehn verbliebenen aktiven Sänger für den Anschluss an den noch heute existierenden und von Hans-Günther Ahlrichs geleiteten kirchlichen Singkreis entschieden haben.

Schon damals war allen Beteiligten klar, dass es mit dem Männergesangverein über kurz oder lang vorbei sein würde. Herbert Heumann, seit Jahrzehnten an der Spitze des Vereins stehend, fand jetzt in seiner letzten Ansprache klare Worte: „Was sein muss, muss sein. Ich wüsste nicht, warum wir noch fortbestehen sollten. Aus, Schluss und vorbei in Gottes Namen.“ Etwas Wehmut kam bei Heumann und den anwesenden Mitgliedern dennoch auf.

Zwei Drittel der Mitglieder, so sieht es die Satzung vor, müssen der Auflösung zustimmen. Der Vorstand wollte auf der sicheren Seite sein und hat daher die Mitglieder im Vorfeld befragt, ob sie für oder gegen eine Auflösung sind. Am Ende haben 24 der 28 Mitglieder der Auflösung in schriftlicher Form zugestimmt. Damit steht fest: Der Männergesangverein Wiedensahl hat zwar seinen 150. Geburtstag gerade noch erlebt, aber danach ist jetzt also Schluss. Heumann: „So gesehen sicher nicht der schlechteste Zeitpunkt.“

Hans-Günther Ahlrichs regte an, den 150. Geburtstag zumindest mit einem kleinen Auftritt oder Vergleichbarem bei passender Gelegenheit zu feiern, damit das Ganze im wahrsten Sinne des Wortes nicht ganz so sang- und klanglos zu Ende geht.

Das Vereinsvermögen, im Wesentlichen aus alten Dokumenten, Plaketten, Noten und der mittlerweile 125 Jahre alten Vereinsfahne bestehend, fällt laut Satzung an die Gemeinde Wiedensahl. Bürgermeister Helmut Schaer regte an, diese „alten Schätze“ dem Museum im Alten Pfarrhaus zur Verfügung zu stellen.

Zu den Höhepunkten des Vereins zählen die Stiftungsfeste, die wohl erste Fahnenweihe 1886, die zahlreichen Theateraufführungen und Konzertabende in den zwanziger und dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts sowie in der jüngeren Vergangenheit die Feier anlässlich des 125-jährigen Bestehens im Juni 1986. Vier Jahre später wurde dem MGV Wiedensahl vom Bundespräsidenten die Zelter-Plakette verliehen. Der 140. Geburtstag wurde im Juli 2001 mit einem offenen Singen auf dem Pfarrhof gefeiert.

Jahrzehntelang war der Verein die tragende kulturelle Säule bei vielen Wiedensahler Festen. Zu besten Zeiten traten bis zu 50 Sangesbrüdern auf. Jetzt werden die Gesangbücher endgültig zugeklappt.

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