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Platz für Baumgräber und Urnen

Neues Friedhofskonzept Platz für Baumgräber und Urnen

Der Wiedensahler Kirchenvorstand möchte den Friedhof an der Kirche umgestalten und neue Begräbnisformen einführen. Damit reagieren die Vertreter der Kirche auf Veränderungen in der Bestattungskultur.

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Die Ingenieurin Christina Stoffers stellt das neue Friedhofskonzept in Wiedensahl vor.

Quelle: vr

WIEDENSAHL. So leben die Hinterbliebenen eines Verstorbenen oft so weit entfernt von der Grabstätte, dass sie sich nicht mehr über Jahrzehnte um die Pflege der Ruhestätte kümmern können. Ein neues Konzept soll Abhilfe schaffen, welches den Bürgern der Gemeinde jetzt vorgestellt wurde.

„Die Gesellschaft und auch der Umgang mit dem Tod und dem Beerdigen verändern sich“, sagt Joachim Diestelkamp. Dem Wiedensahler Pastor ist bewusst, dass Grabpflege heute keine Selbstverständlichkeit mehr ist und für die Pflege häufig Gärtner beauftragt werden. „Wir haben einen christlichen Friedhof und hier wird das Gedächtnis wenigstens 30 Jahre aufrecht erhalten.“ Für diesen langen Zeitraum sollen künftig Begräbnisformen eingeführt werden, die eine einfachere Grabpflege beinhalten.

Gräber unter Bäumen

Die Ingenieurin Christina Stoffers hat ein Konzept für die neue Friedhofentwicklungsplanung erarbeitet und vorgestellt. „Während Doppelgräber noch verkauft werden, werden große Flächen für Familiengräber nicht mehr gebraucht“, erklärt die Planerin. Die Bestattung in einem „Friedwald“ sei ein Schritt in die neue Begräbnisrichtung, nannte Stoffers ein Beispiel. Dort könnten die Verstorbenen im Wald unter Bäumen bestattet werden. Statt eines Grabsteins gebe es eine Plakette am Baum. „Die Friedhöfe haben ihren Status in der Gesellschaft verloren“, meint Stoffers.

Weniger pflegeintensiv

Viele Hinterbliebenen entschieden sich heute für Rasengräber. Dabei ergebe sich das Problem, dass Vasen und andere Mitbringsel der Hinterbliebenen beim Mähen der Flächen stören. Verzichtet man auf diese Beigaben, gehe wiederum die Individualität verloren. Damit auch weiterhin Blumen und Figuren aufgestellt werden können, sollen dort mit Steinen abgetrennte Beete entlang der Grabsteine angelegt werden. Auch die Friedwald-Idee soll in Form von Baumgräbern Platz in Wiedensahl finden. Zudem sind Gemeinschaftsurnenanlagen in Form von Doppelurnengräbern angedacht, in denen insgesamt acht Bestattungsbehältnisse unter die Erde kommen.

Doch nicht die Gräber sollen umgestaltet werden. „Auch für die Hinterbliebenen möchten wir Sitzbereiche schön gestalten“, erklärt Stoffers. Die Mehrheit der Zuhörer sprach sich für die präsentierte Umgestaltungen aus. Welche Kosten dabei auf die Kirche zukommen, sei noch nicht abzusehen, so Stoffers. Der nächste Schritt sei jetzt die Ausschreibung des Auftrages. Die Umgestaltung könne frühestens im fortgeschrittenen Frühjahr bis Sommer nächsten Jahres erfolgen. vr

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